Brisbane mit Leichtigkeit und Alltag

Monique

2/11/2026

Unsere Tage in Brisbane beginnen entspannt. Wir laufen durch Downtown, besuchen das Stadtmuseum und lassen uns treiben. Brisbane fühlt sich unkompliziert an. Nicht überwältigend groß, nicht laut, sondern angenehm strukturiert.
Am Abend zieht es uns an die Howard Smith Wharves. Mit Blick auf die beleuchtete Skyline und den Brisbane River sitzen wir beim Essen und schauen auf die vorbeiziehenden Fähren. Die Brücke leuchtet, das Wasser spiegelt die Lichter der Stadt und wir sind ganz begeistert vom ersten Tag.

Mit der CityCat-Fähre geht es über den Brisbane River zur James Street. Allein die Fahrt ist bereits ein Erlebnis. Vorbei an Glasfassaden, alten Villen, grünen Uferabschnitten und unter Brücken hindurch. Brisbane zeigt sich vom Wasser aus noch einmal anders. In der James Street schlendere ich durch kleine Boutiquen und Cafés, bevor ich mich anschließend am Street Beach mit Skyline-View abkühle. Abends geht es wieder mit der CityCat weiter zu einem Outdoor-Kino. Dabei greifen wir beherzt in die Popcorntüte, nur um dann erschreckend festzustellen, dass es salziges Popcorn ist. Die Fahrt in der Dämmerung und bei Nacht, der warme Wind und das langsame Gleiten über den Fluss machen sehr viel Spaß.

Zwischen all den Unternehmungen lassen wir bewusst Raum für ruhige Momente. Videobearbeitung, Organisatorisches und einfach Zeit für uns. Für mich steht das erste Mal seit unserer Abreise Yoga auf dem Programm. Und dann gleich Hot Yoga bei 34 Grad. Eine neue Erfahrung für mich. Es tut gut zu merken, dass mein Körper immer noch beweglich ist.

Stephans Geburtstag verbringen wir im Botanischen Garten. Sonntags findet dort ein kleiner Markt statt, auf dem wir uns durch Spezialitäten aus aller Welt probieren können, unter anderem Alfajores aus Argentinien. Da greifen wir gerne zu und werden um einige Monate in unseren Erinnerungen zurückgespult. Danach geht es noch einmal an den Street Beach und später ins Pancake House, das in einer alten Kirche untergebracht ist. Den Abend lassen wir im Fortitude Valley in einer Bar mit Live-Musik und Cocktails ausklingen. Der Singer-Songwriter gratuliert Stephan mit einem Song zum Geburtstag.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus erneut zu einem Botanischen Garten und laufen von dort fast drei Kilometer hinauf zum Mount Coot-tha Lookout. Von oben wird sichtbar, wie viel Grün Brisbane umgibt. Die Stadt wirkt eingebettet in Natur. Abends gehen wir wieder ins Kino und lassen unsere Finger vom Popcorn.

Ein weiteres Highlight ist der Besuch im Lone Pine Koala Sanctuary. Mit dem Bus erreichen wir das Schutzgehege, das eng mit der Stadt Brisbane zusammenarbeitet. Der Fokus liegt auf dem Schutz der Koalas, doch auch Kängurus, Kasuare, Wallabys und viele andere Tiere leben hier. Wir sehen eine Show mit Greifvögeln und einem trainierten Retriever, der eine kleine Schafherde hütet. Dabei erfahren wir, wie wichtig gut ausgebildete Hunde für das australische Bushland sind. Ein perfekt ausgebildeter Hund kann beim Züchter bis zu 30.000 Euro kosten.

Ein besonders süßer Moment ist die Begegnung mit Koala Morris. Morris ist sieben Jahre alt, in Lone Pine geboren und darf einmal pro Woche für 30 Minuten, während er gemütlich Eukalyptusblätter mampft, gegen eine zusätzliche Spende am Hinterteil gestreichelt werden. Ein Moment, der mich ehrlich berührt.

Am Abend fahren wir noch einmal zu den Howard Smith Wharves. Bei Pizza und Antipasti sitzen wir mit Blick auf die nächtliche Skyline am Fluss und genießen bewusst diesen Augenblick.

Unser letzter Tag in Brisbane beginnt anders als geplant. Um kurz nach sieben Uhr reißt uns ein Feueralarm aus dem Schlaf. Schnell etwas überziehen, Reisepässe und Smartphone greifen und runter auf die Straße. Nach fünf Minuten ist alles vorbei und wir können zurück in die Wohnung. Wie wir später erfahren, löste heißer Duschdampf den Alarm aus. Den Rest des Tages verbringen wir mit Packen und organisatorischen Dingen. Zum Abschluss gehen wir noch einmal zu Yo-Chi, eine Frozen-Yogurt-Kette mit unzähligen Toppings, und schlendern ein letztes Mal durch die Stadt. Abends genießen wir zum Abschluss unserer Zeit in Brisbane auf dem Sky Deck in der 23. Etage vom "The Star" am Brisbane River einen Abschlusscocktail.

Unsere Woche in Brisbane fühlt sich ein wenig nach Alltag an und genau das tut gut. Sie gibt uns Energie für die Weiterreise.

Abschied von Australien

Nach vier Wochen verabschieden wir uns nun vom Land. Der Einblick zwischen Sydney und Brisbane beeindruckte uns an vielen Stellen und bleibt sehr präsent. Australien macht es uns zudem leicht, uns zu fragen, wie es wäre, hier zu leben.

Diese Leichtigkeit, die durch den Alltag schwebt, nehmen wir überall wahr. Das gute Wetter, die vielen Strände, die öffentlichen Räume, die selbstverständlich genutzt werden. Kostenlose Museen, Botanische Gärten und Freibäder ermöglichen Teilhabe für viele. Der öffentliche Nahverkehr in Brisbane ist besonders günstig, eine Fahrt kostet etwa 0,30 Euro. Es entsteht das Gefühl, dass Lebensqualität hier nicht ausschließlich vom Einkommen abhängt.

Der Australia Day, den wir miterlebt haben, stellt das Gemeinwohl in den Mittelpunkt und nicht nur lokal, sondern landesweit. Gemeinschaft scheint einen hohen Stellenwert zu haben. Die Positivität, die mit diesem Tag durch das Land geht, ist bemerkenswert und möchten wir am liebsten einfangen. Der Blick in die Zukunft ist optimistisch und für die Jugend sieht man gute Zeiten kommen.

Leider erhalten wir keinen wirklichen Einblick in den Umgang mit den Aborigines. Das, was wir wahrnehmen, deutet jedoch auf bestehende Benachteiligungen hin. Auch politische Themen wie Migration werden hier anders geregelt als in Europa. Rein kommt nur, wer für den Arbeitsmarkt relevant ist. Unbeliebte Geflüchtete werden auf einer Insel weitab des Festlandes abgefangen und festgesetzt. Die geografische Distanz schafft eine eigene Perspektive auf globale Herausforderungen. Australien scheint sich weniger um Themen wie den Klimawandel zu kümmern. Wir haben nirgends auch nur eine Bemerkung dazu gefunden. Es lebt sich eben leichter, wenn man es sich leichter macht.

Was uns nachhaltig beeindruckt, ist die Tierwelt. Besonders die Koalas und der Tasmanische Teufel als ikonische Tiere des Landes sind jedoch stark gefährdet. Koalas sind vor allem an der Ostküste sehr bedroht. Ursachen sind Verkehr, Hundeangriffe, Waldbrände und Chlamydien-Infektionen. Eine Impfung befindet sich derzeit in der Erprobung und könnte helfen, die Population langfristig zu stabilisieren. Im Südosten des Landes hingegen kommt es teilweise zu Überpopulation, sodass dort sogar Nahrungsmangel an Eukalyptusbäumen droht.

Neben Koalas sehen wir viele farbenprächtige Vögel und Echsen, streicheln Kängurus und halten einen Tasmanischen Teufel auf dem Arm. Begegnungen, die wir definitiv mit uns nehmen. Daher ist es auch nicht verwunderlich für uns, dass wir nun zum Abschied Wehmut spüren. Aus ursprünglich vier geplanten Tagen in Sydney sind vier Wochen geworden, denn Australien hat uns gut getan.