Es geht aufwärts in Downunder
Monique
1/25/2026
Der neue Fish Market in Sydney öffnet seine Türen und wir wollen natürlich dabei sein. Diese Idee hatten allerdings sehr viele andere Menschen auch. Schon aus der Ferne sehen wir die lange Schlange, die sich vor dem Eingang gebildet hat. Unsere Lust auf Warten hält sich in Grenzen, also vertagen wir den Besuch und beschließen, an einem anderen Tag wiederzukommen.
Stattdessen landen wir im Australian National Maritime Museum am Darling Harbour. Zwischen Wasser und Skyline tauchen wir tief in die maritime Geschichte des Landes ein. Wir besichtigen ein echtes U-Boot, stehen an Deck eines Kriegsschiffs und gehen durch eine Nachbildung des Schiffs von Captain James Cook. Während wir durch die engen Gänge laufen, ist es leicht, sich für einen Moment ins 18. Jahrhundert zurückzuversetzen und an die langen, beschwerlichen Seereisen zu denken, mit denen Europa die Welt kartografierte.
Passend dazu geht's auch ins Museum of History, das mit kostenlosem Eintritt und Audioguide einen eindrucksvollen Überblick über die junge Geschichte Sydneys bietet. 1788 legte hier das erste Schiff an. Über zwei Jahrzehnte hinweg wurden Strafgefangene aus England nach Australien gebracht, um Straßen zu bauen, im Steinbruch zu arbeiten und die Grundlagen der Stadt zu legen. Andere erhielten Land, um es zu erschließen und mit der fortschreitenden Besiedlung nahmen auch die Konflikte mit den First Nations zu.
Mit der Fähre geht's rüber nach North Sydney. Vom Wasser aus wirkt die Skyline noch einmal anders und wir entdecken immer wieder neue Hochhäuser. Wir spazieren am Luna Park vorbei, dessen nostalgisches Riesenrad direkt am Hafen steht, und gehen anschließend zu Fuß über die Harbour Bridge zurück. Der Blick auf Opernhaus und Hafen nutzt sich nicht ab, egal wie oft man stehen bleibt. Auf der Brücke verliere ich einen wunderbaren Ohrring, den ich mir in Neuseeland gekauft habe und brauche ein paar Tage, um den Verlust zu verdauen.
Stephan hat auch was zu Verdauen... Seine hochqualitative Zahnfüllung aus Bolivien hat sich nach vier Monaten aufgelöst und verabschiedet. Daher ist er in das Vergnügen gekommen, nun auch in Australien zum Zahnarzt zu gehen.
Mit dem Zug geht es raus nach Katoomba in Herz der Blue Mountains. Dort besichtigen wir die Three Sisters, die als freie Sandsteine einen wunderbaren Blick über die Landschaft geben. Wir genießen eine einfache Wanderung zwischen den wichtigsten landschaftlichen Sehenswürdigkeiten.
Abends dann unser zweiter Versuch am Fish Market, der diesmal erfolgreich ist. Frischer Fisch liegt aus oder noch lebend in großen Tanks und wir greifen auch zu. Draußen entdecke ich noch Sushi und genieße Sashimi als Nachtisch zum Fisch. Genau so hatten wir es uns vorgestellt. Kulinarisch sind wir ansonsten in Sydney unserer Linie treu geblieben und haben uns durch die asiatische Vielfalt gegessen und werden das sehr vermissen.
Mit dem abgeholten Mietwagen lassen wir Sydney hinter uns und fahren Richtung Norden. In den kommenden zwei Wochen lassen wir uns Zeit auf dem Weg nach Brisbane. Der Übergang von Großstadt zu Hinterland fühlt sich für uns angenehm und entspannt an. Wir mögen es, abseits der ausgtretenen Routen unterwegs zu sein, und merken schnell, wie gut uns dieser Wechsel tut. Die Landschaft wird weiter und die Bäume größer.
Zunächst halten wir an der Anna Bay bei Port Stephens. Riesige Sanddünen treffen hier direkt auf den Ozean. Der Wind ist stark, die Wellen kraftvoll, und die Landschaft wirkt roh und offen. Kurz darauf wandern wir in Port Stephens auf den 161m hohen Mount Tomaree. Oben bläst uns der Wind fast vom Grat, doch die Aussicht über Inseln, Buchten und Strände ist jede Böe wert.
Weiter geht's in Hunter Valley, der Weinanbauregion Australiens. Bei einem Winetasting und Käse, haben wir nachmittags bereits sieben Gläser intus. Wir machen noch einen Spaziergang zu einer Winery und probieren uns dort noch durch. Der Inhaber gibt uns noch Tipps, wo wir Kängurus beobachten können. Und tatsächlich! Wir sehen Kängurus in freier Natur. Eine Gruppe aus 14 Kängurus hüpft und grast vor uns. Was für ein besonderer Moment! Als ich abends zum Sonnenuntergang noch einen kurzen Spaziergang mache, entdecke ich einige Kängurus bei den Weinreben. Ich komme ihnen so nah, dass ich ihr Hüpfen hören kann. Australien pur!
Weiter geht es nach Gloucester, einem kleinen Ort am Rand des Barrington Tops Nationalparks. Genau solche Orte lassen uns näher am Gefühl und am Alltag eines Landes teilhaben als jede Großstadt. Wir wandern den Hidden Treasure Track, umgeben von Pflanzen und Bäumen, die uns vollkommen fremd sind. Alles wirkt alt, gewachsen, unbeeinflusst. Da es Abends noch sehr warm ist, entspannen wir im Pool unseres Motels, abends essen wir chinesisch im Bowling Club, der Treffpunk und Restaurant zugleich ist. Das chinesische Essen ist nicht gut und Bowling wird unter freiem Himmel gespielt, aber wie ohne Maschinen, das haben wir leider nicht herausbekommen.
Ein absolutes Highlight erwartet uns bei Aussie Ark, einer Schutzstation für bedrohte australische Tierarten. Wir sehen Quolls, Parma-Wallabys und Rock-Wallabys und halten sogar zwei Tasmanische Teufel auf dem Arm. Das ist eine wunderbare Erfahrung, die kleinen süßen Teufel im Arm zu halten. Doppelt Australien pur!
Alle Tiere hier sind in Australien stark vom Aussterben bedroht und hier versucht man, dem entgegen zu treten. Viele Tiere werden von den eingeschleppten europäischen Tieren getötet. Der Tasmanische Teufel ist seit 1996 von einer Krankheit verfolgt, die zwischenzeitlich dafür sorgte, dass 85% vom Bestand gestorben sind.
Statt langer Wanderungen bei 39/40 Grad erkunden wir anschließend einen Teil der Barrington Tops Nationalpark mit dem Auto. Hier und da steigen wir aus, genießen die Aussicht und laufen ein wenig durch die Natur. Insbesondere der Ausblick beim Devils Hole über das Hochplateau ist wunderschön!
Der Barrington Tops Nationalpark liegt auf zirka 1500m und ist ein Teil der "Gondwana Rainforests of Australia", die zur australischen National Heritage Liste gehören. Große Teile des Parks sind als Wilderness Region völlig unzugänglich.
Auch dieser Tag klingt im Pool vom Motel aus und abends sind wir in einer lokalen Kneipe zum Pizzaessen. Morgen ist "Australia Day" und mal schauen, was uns da erwartet.

































