Fiji - Haie, Gastfreundschaft und Weihnachten
Monique & Stephan
1/4/2026
Wir sind weiterhin auf Naviti und wir bereichern die Tage mit Ausflügen. So geht's zum Schnorcheln in den Korallengarten in türkisfarbenem Wasser mit unzähligen Fischen und Korallen unter der Oberfläche.
Der Gastgeber vom Resort, George, gesellt sich gern zu uns Gästen. Er erzählt Geschichten aus seinem Leben als Fijianer, der bereits in der Schweiz war, um seinen Bruder zu besuchen. Besonders überschwänglich berichtet er davon, wie ungewohnt es für ihn war, in der Schweiz täglich geschlossene Schuhe zu tragen. Das ist ein krasser Gegensatz zu einem Leben in Flipflops, Sand und Sonne.
Heiligabend geht dann doch nicht so unbemerkt an uns vorbei, wie wir zunächst dachten. Zum Start in den Tag geht es auf einen Ausflug zum Turtle Lookout. Der Blick auf das Meer und die Riffe ist super schön.
Später an der Strandbar gibt's bei der Happy Hour Piña Colada und es stellt sich dann langsam ein Weihnachtsgefühl ein. Trotzdem erwischt Stephan kurz der Weihnachtsblues, weil Weihnachten hier nicht nach Zuhause aussieht und anfühlt. Doch spätestens als George die Terrasse festlich dekoriert, wir gemeinsam mit Hannah und Alexander, Marion und Marc sowie ihren beiden Kindern ein leckeres Heiligabend-Dinner genießen und danach mit Musik, Tanz und viel Lachen feiern, löst sich dieses Gefühl auf. Spät in der Nacht gehen Hannah und ich noch gemeinsam ins Wasser mit den Sternen über uns.
Der nächste Morgen beginnt mit einem großen Frühstücksbuffet, später am Tag folgt Lovo, ein traditionelles polynesisches Essen, das stundenlang in der Erde gegart wird. Am Abend sitzen wir wieder lange zusammen, reden viel, lachen und freuen uns, dass unsere kleine Achterrunde zusammen an Weihnachten ist. Überhaupt wird vieles gemeinsam gemacht: Tagesausflüge an einsame Strände, Schnorcheln und Lunch im Sand.
Der Abschied von Naviti und besonders von George berührt uns sehr. Es ist ein Abschied, bei dem wir merken, dass auch kurze Begegnungen auf Reisen einen emotional ergreifen können. George verlässt das Resort ebenfalls, da er einen neuen Job auf der Hauptinsel gefunden hat. Es ist für ihn ein Neuanfang, weg von familiären Verpflichtungen, die ganz viel in Fiji prägen, hinein in etwas Eigenes. Vielleicht auch deshalb muss er sich ein paar Tränen verkneifen.





























Mit dem Yasawa Flyer geht's nach Waya Lailai. Mit dem Ortswechsel verändert sich auch wieder die Atmosphäre, denn wir sind direkt am Dorf und es sind viel mehr Gäste im Eco Resort.
Auf Waya Lailai bleiben wir für 8 Tage. Wir haben wieder eine Strandhütte und somit das Wellenrauschen weiterhin ganz in unserer Nähe. Da Religion in Fiji eine sehr große Rolle spielt, gehe ich mit zum sonntäglichen Church Service. Die Kinder vom Dorf sitzen in den ersten Reihe und singen fast eine halbe Stunde lang sehr konzentriert. Die Erwachsenen sitzen mit Abstand, ausgestattet mit Fächer, Handtuch, Liederbuch und Bibel, um der Hitze, dem Schweiß und den Fliegen zu trotzen. Vorne sitzen die Ältesten des Dorfes, sichtbar höher in der Hierarchie. Alles folgt einer Ordnung, die tief verwurzelt ist und das Leben der Fijianer stark beeinflusst. Da ist z.b. Joshua, Teil der "chiefly family", der als Schiffskapitän bis nach Papua Neuguinea gekommen ist. Sein Vater, der inzwischen verstorbenene Chief des Dorfes, hat sich jedoch gewünscht, dass er wieder zurück ins Dorf kommt. Dort lebt er nun und spielt abends auf seiner Gitarre für die Gäste. Einmal zeigt er uns wie man eine Halskette mit Muschel selber macht.
Der Alltag im Resort ist von Musik durchzogen, insbesondere zum Mittagessen, Abendessen und wenn Gäste verabschiedet werden. Die Mitarbeitenden kommen aus dem Dorf, welches 2 Minuten Fußweg entfernt ist. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Jeden Morgen beginnen sie ihren Arbeitstag gemeinsam mit einem Gebet und einem Lied, das täglich von einer anderen Person ausgewählt wird. Dieses Eco Resort ist das einzige seiner Art, das vollständig von den Dorfbewohnern betrieben wird und genau das spürt man überall. Es ist eine Freude mit vielen in den Austausch zu kommen.
Ich weiß nicht warum, aber als ich auf dem Activityboard schaue und "Tauchen mit Bullenhaien" sehe, lässt mit der Gedanke nicht mehr los, bis ich ihn umsetze. Nachdem meiner letzter Tauchgang drei Jahre her ist, gibt's eine kurze Auffrischung und dann ab ins Boot und raus zum Riff. Joe, mein Tauchbuddy, wird die ganze Zeit direkt neben mir bleiben, was ich beruhigend finde, denn ich bin wahnsinnig aufgeregt. Der Abstieg zieht sich, denn ich muss ständig Druckausgleich für die Ohren machen. Während wir langsam am Riff in die Tiefe gleiten, sehe ich aus dem Augenwinkel bereits die Haie ihre Kreise ziehen.
Auf 12 Meter Tiefe angekommen und mit direktem Blick auf die Haie, kickt dann die Aufregung so richtig rein.
Am liebsten möchte ich sofort wieder an die Wasseroberfläche, jedoch kann ich mich nach einigen längeren Atemzüge beruhigen. Danach heißt 30 Minuten einfach genießen. Was für eine krasse Erfahrung den Haien so nahe zu sein, zum Glück hinter einer kleinen Wand. Denn wenn die Haie 'gefühlt' auf einen zu schwimmen, fühlt es sich gut an, sich dahinter verstecken zu können.
Der Jahreswechsel ist unaufgeregt und die größte Herausforderung ist es, tatsächlich bis Mitternacht wach zu bleiben, denn in Fiji geht's früh ins Bett. Die Menschen stehen oftmals mit Sonnenaufgang wieder auf. Am Nachmittag singen und beten die Mitarbeitenden vor der Kava-Zeremonie, alle tragen farbenfrohe Fiji-Kleidung, und die Managerin hält eine bewegende Dankbarkeitsansprache. Die Stimmung ist offen und herzlich. Wir nehmen an der Kava-Zeremonie teil, tanzen, essen gemeinsam zu Abend und spielen später Karten mit Samira und Moritz aus Wien. Nach Mitternacht wird kurz getanzt, der Bula Dance bringt uns eher zum Lachen, als großes Tanzvergnügen. Kein Feuerwerk, kein Countdown-Stress, denn nur den letzten 10 Sekunden vor Mitternacht wird Aufmerksamkeit gewidmet.
Am Neujahrstag 2026 ziehen wir nach siebzehn Tagen zum ersten Mal wieder Schuhe mit Schnürsenkeln an. Ein kleines Abenteuer führt uns 350 Höhenmeter auf den Hausberg zum Sonnenuntergang. Zusammen mit Samira, Moritz und Ingo, der seit 15 Jahren in Sydney lebt, machen wir uns auf den Weg. Insgesamt sind wir vier Stunden unterwegs und kommen erst im Dunkeln wieder am Resort an. Der Ausblick von Waya Lailai herum aufs Meer und den Rest der Insel ist wunderschön.
Mossi, Macca und Salla, unsere Begleiter vom Resort, finden ein Kätzchen auf dem Wanderweg. Für sie nichts besonderes, denn das Konzept Haustiere ist in Fiji nicht verbreitet und Katzen und Hunde laufen einfach herum und versorgen sich selbst auf den Inseln.
Unsere kleine, europäische Wandergruppe ist natürlich hin und her gerissen, was mit dem Kätzchen passieren wird. Schlussendlich nehmen wir sie mit ins Resort, da wir fürchten, dass sie ganz allein ist und nicht überleben wird. Im Resort wird sie der Star. Macca gibt ihr den Namen Aura. Die Managerin TaiLo meinte, dass jemand vom Dorf sie dort ausgesetzt haben könnte. Da wir im Endeffekt nicht wirklich wissen, wie die Mitarbeitenden vom Resort zu der neuen Katze stehen, schlägt Stephan TaiLo vor, dass wir die Katze mit nach Nadi auf die Hauptinsel nehmen und dort in eine Tierauffangstation bringen. TaiLo bestätigt jedoch, dass sie sich alle um die Katze kümmern werden.
Ansonsten sind die Tage ruhig: Schnorcheln, Lesen in der Hängematte, Gespräche mit anderen Gästen. Beim Schnorcheln am Moja-Riff kommen wir Weißspitzen-Riffhaien sehr nahe und können sie sogar berühren. Die Haut ist strukturiert und weicher als erwartet. Uns fehlen in solchen Momenten inzwischen einfach die Worte, weil es immer noch unfassbar ist, was wir alles erleben können.
Auch Waya Lailai verlassen wir schweren Herzens und lassen die wunderbare Zeit hier im Sand zurück.































An unserem letzten Tag in Fiji sind wir wieder mit unserem Taxifahrer Sunny unterwegs. Da 40% der Menschen in Fiji dem Hinduismus angehören, schauen wir uns in Nadi den größten Hindutempel auf der Südhalbkugel an. Sunny zeigt und erklärt uns die Unterschiede zwischen einem Fiji-Dorf und einem Hindu-Dorf und wir fahren zum Garden of the Silent Giants. Dieser Botanische Garten ist voll mit Bambusbäumen, Orchideen und vielen anderen wunderschöner Fiji-Blumen, inbesondere Hisbiskusblüten und Frangipani. Außerdem besuchen wir den Markt in Nadi und sehen einiges an Obst und Gemüse, was es nur hier wächst. Zum Abschluss unserer Halbtagestour geht es mit Sunny noch indisch essen. Bei 35 Grad heizt es uns dann noch mehr ein...








Was Fiji für uns so einzigartig macht, ist nicht der Komfort. Auf diesen haben wir 20 Tage verzichtet, weil wir nicht in hochpreisigen Luxusresorts waren. Es gab keinen guten Kaffee, keine Waschmaschine, kein Eis, keinen Käse, keine Klimaanlage und oft auch kein Internet und Strom.
Vielmehr war es die Begegnung mit den Menschen, ob Fijianer oder andere Reisende, die Fiji für uns besonders gemacht hat. Wir haben uns in den letzten 3 Wochen mehr unterhalten als in den vier Monaten davor zusammengenommen. Dadurch entstand auch ein Gefühl von Gemeinschaft, das uns auf der bisherigen Reise manchmal gefehlt hat. Mary, Maria, George, Joshua und TaiLo sind Fijianer, die uns mit ihrer Herzlichkeit und Offenheit in Erinnerung bleiben werden. Die Zeit auf den Yasawa Islands waren für uns wirklich paradiesisch, so wie man sich Fiji vorstellt. Es braucht keine berühmten Sehenswürdigkeiten oder Must-Dos, um einen Ort zu etwas Besonderem zu machen, auch wenn wir die Erlebnisse mit den Haien sicher nicht so schnell vergessen werden. Wenn man morgens aufsteht und nur darüber nachdenken muss, ob man Schnorcheln oder Lesen möchte, fällt es leicht, die Probleme der Welt zu vergessen. Wir haben vielleicht das erste Mal das Gefühl, wirklich im Hier und Jetzt angekommen zu sein. Zumindest spüren wir, dass unsere Batterien wieder voll sind. Mehr als das, wir glauben noch gelassener den neuen Abenteuern entgegengehen zu können.
Wir verabschieden uns dankbar für die Erfahrungen und nehmen ein Stück Fiji in unseren Herzen mit.

