Galapagos - Santa Cruz
Stephan
8/13/2025
Schon bei der Anreise auf die Galapagos Inseln merkt man, dass dies kein gewöhnliches Urlaubsziel ist. Wir haben ca. eine Woche vorher online eine Registrierungsform ausgefüllt, in der wir umfangreiche Angaben zu unseren Personalien, den Unterkünften und der An- und Abreise machen mussten. Die Registrierung haben wir dann noch mit 20$ pro Kopf bezahlt.
Am Flughafen musste die Registrierungsform an einem Schalter von einem Mitarbeiter extra bestätigt werden. Also mussten wir uns doch anstellen und konnten nicht so viel Zeit sparen. Zusätzlich wurde unser Gepäck abseits der Sicherheitskontrolle gescannt und wir mussten eine Einreiseform ausfüllen, dass wir keinerlei Lebensmittel, Tiere etc. miteinführen. Durch die reguläre Sicherheitskonrolle mussten wir natürlich trotzdem.
Angekommen auf Baltra, der kleinen Flughafeninsel vor Santa Cruz, wurde das Gepäck wieder durch einen Gepäckscanner geschickt. Außerdem wurde während des Flugs das gesamte Gepäck in der Kabine von den Flugbegleitern mit einem Spray desinfiziert. Die 200$ Einreisegebühr pro Kopf, die nur in Bar gezahlt werden dürfen, haben zumindest die Mitarbeiter für den ganzen Aufwand entschädigt.
Nach also ca. einer Stunde Warten am Flughafen gings dann zur Warteschlange des Busses, der einen zum Pier bringt. Am Pier wartet dann schon ein Wassershuttle, das einen auf die Isla Santa Cruz übersetzt. Dort angekommen buhlen jeden Menge Taxi- und Busfahrer um die Aufmerksamkeit der Touristen, denn die Hauptstadt der Insel, Puerto Ayora, ist noch 40 km entfernt. Wir quetschten uns also in einen vollgepackten, uralten Dieselbus, der sich nur mit Mühe die Hügel hochquälte. Egal, der Bus kostete nur 5$ pro Kopf und es wird schon alles teuer genug. Angekommen in Puerto Ayora bestätigte sich diese Vorahnung. Die Restaurantpreise haben europäisches Niveau, die Supermarktpreise würde man so auch in der Schweiz finden und die Tagestouren zu den touristischen Highlights kosten gern mal mehrere hundert Dollar pro Kopf. Da hat sich bei uns am ersten Abend Ernüchterung breit gemacht. Das Naturparadies lässt sich seine kostbarsten Schätze nur gegen Bares entlocken. Die Galapagos Inseln werden vermutlich eines der teuersten Ziele unserer Reise.
Aber es wird sich lohnen. Schon die kleinen Eindrücke, die wir am ersten Abend erhalten, versprechen unvergessliche Erlebnisse in den nächsten zwei Wochen. Während der Busfahrt haben wir bereits riesige Schildkröten entdecken können. Im Hafen von Puerto Ayora tummeln sich Seelöwen, große, farbenprächtige Krebse, Pelikane, Iguanas und im Hafenbecken schwimmen sogar Haie. Irre!
Aber wir sind ja findig und gut im Internet unterwegs und haben Möglichkeiten gefunden, wo wir Kosten einsparen können. Man muss ja nicht gleich die teuersten Touren buchen und kann vieles auch auf eigene Faust machen.
Am ersten Tag haben wir das Darwin Institut und die direkt daneben liegende Schildkröten-Aufzuchtstation besucht. Natürlich braucht man auch hier einen Guide. Der Wachmann am Eingang des Geländes hat uns ausgefragt was wir denn machen wollen und dann schnell telefoniert und den passenden Guide gefunden. Vermutlich gegen eine kleine Provision. Aber wir hatten richtig Glück, denn unsere Guidin war richtig klasse und hat uns mit viel Geduld alles erklärt und uns sehr entspannt über das Areal geführt. So dauerte die Tour dann zwei statt einer Stunde. Wir waren sehr beeindruckt von der Arbeit, die die verschiedenen NGOs und staatlichen Organisationen leisten, um die Flora und Fauna der Inseln zu bewahren. Ohne menschlichen Einfluss würden z.B. die Schildkröten der Galapagos Inseln in wenigen Jahrzehnten aussterben. Der Nachwuchs wird von allen möglichen Tieren, insbesondere Ratten, die vom Menschen eingeschleppt wurden, gefressen. Ähnliches gilt für zahlreiche andere Arten. Wie gefährdet dieses Naturparadies ist, war uns nicht klar. Es ist ein ständiger Kampf, um diese Idylle zu erhalten.
Im Anschluss haben wir noch die beiden kleinen, anliegenden Strände Playa de la Estacion und La Ratonera besucht und konnten Schwimmen gehen. Wie entspannt die Tiere auf die Anwesenheit der Menschen reagieren, wurde hier wieder deutlich, weil sich eine Familie von Seelöwen am Strand breit gemacht hat und sich überhaupt nicht stören ließ. Es ist surreal diesen Tiere so nah kommen zu können. Wir lagen gerade mal gut zwei Meter neben ihnen.
Auch unser Ausflug zur Tortuga Bay am nächsten Tag bescherte uns freundliche Begegnungen mit den Ureinwohnern der Insel. Am Ende des Playa Mansa kommen die Iguanas nach dem Fressen aus dem Wasser und sonnen sich am Strand. So wärmen sie ihren Körper wieder auf, um erneut ins Wasser zu tauchen und die Algen am Meeresgrund zu fressen. Dass sie an ihren Liegeplätzen permanent von Touristen fotografiert werden, scheint sie nicht zu stören. Am Playa Brava direkt dahinter gibt es deutlich ruhigeres Wasser, so dass Baden erlaubt ist. Während des Schwimmens haben wir dann Wasserschildkröten, springende Fische und Pelikane beobachten können.
Am dritten Tag haben wir uns E-Bikes geliehen und sind die 22km bergauf zu einer Schildkrötenranch gefahren. Die Strecke ist mit E-Bikes kein Problem, aber Schutzbleche an den Rädern wären schon schön gewesen. An den Beinen, Po, Rucksack und sogar im Gesicht hing uns der Dreck von der nassen Straße, als wir an der Ranch ankamen. Wir mussten uns also erstmal säubern bevor es mit der Tour losgehen konnte. Spoiler: Das hätten wir uns auch sparen können, da es auf dem Rückweg kräftig regnete und wir noch viel dreckiger wurden.
Was findet man auf einer Schildkröten-Ranch? Schildkröten! Sehr viele davon. Und Lavatunnel. Wir haben ganz tolle Eindrücke und Fotos mitgenommen und sind im Anschluss noch zu zwei Kratern gefahren, die einfach durch Erosion entstanden waren. Wären wir vom Regen nicht so durchnässt worden, hätten wir unseren Ausflug gern noch verlängert, aber so sind wir dann früher zurück und haben die Fahrräder wieder abgegeben. Und für alle Biker: Ich habe auf der Insel noch keine Fahrräder mit Schutzblechen gesehen. Die scheint es hier nicht zu geben.
Am letzten Tag auf Santa Cruz haben wir eine Tour mit Schnorcheln und zu einem - wie beschreibt man es am besten - beliebten, romantischen Treffpunkt der berühmten Blaufußtölpel gemacht. Die Blaufußtölpel waren munter und ließen sich von uns ganz aus der Nähe beobachten. Das Schnorcheln hat Lust auf mehr gemacht. Da waren schon einige bunte Fische und sogar zwei Schildkröten zu sehen. Morgen geht's in aller Frühe - Treffpunkt um 6 am Pier - mit dem Schnellboot nach Isla Isabella. Da sind wir mal gespannt was uns erwartet!











