Gracias Quito

Monique

8/3/2025

Zum Start in unsere Zeit hier haben wir eine Stadtführung durch das historische Viertel gemacht. Neben all den Gebäuden und Plätzen sind die Informationen und Geschichten darüber das Spannendste.
Zum Beispiel, dass 35% der Ecuadorianer*innen von Tag zu Tag leben müssen. Oder, dass nach der Finanzkrise im Jahr 2000 die Währung innerhalb von 4 Tagen und ohne Vorbereitung der Bevölkerung von Sucres auf Dollar geändert wurde. In der Folge haben sich zwischen 2000 und 2004 5% der Bevölkerung Ecuadors das Leben genommen, weil sie einen Großteil ihrer Ersparnisse verloren hatten.
Unsere Guidin hat sich auch viel Spaß mit uns gemacht. In einem Souvenirgeschäft hat unsere Mini-Gruppe sich die Aya Huma-Masken aufgesetzt und mitten im Geschäft getanzt. Es war schon witzig und ein wenig blamieren jeden Tag schadet nicht. ;-)

Welches Tier lieben die Ecuadorianer? Meerschweinchen. Ob auf Tassen, Schürzen, T-Shirts, Socken oder Rucksäcken. Überall Meeerschweinchen. Auch gerne als Kuscheltier oder Schlüsselanhänger. Meerschweinchen sind ein Teil der Kultur, denn sie helfen Schamanen herauszufinden, woran jemand erkrankt ist.
Und manchmal sind sie auch zum Essen gut. Wir haben tatsächlich Meerschweinchen am Spieß gesehen. War nicht einladend.

Ein weiteres Hightlight war die Ende 2023 eröffnete neugebaute Metro in Quito. Für 39 Cent pro Person kann man auf der einzigen Linie von Nord nach Süd durch die Stadt fahren. Abgesehen vom sehr günstigen Preis, fühlt man sich dabei wie in der KVB , denn Klimaanlagen gibt es in den Waggons nicht. Grund ist wohl, dass Quito die ewige Stadt des Frühlings ist und es eigentlich gar nicht richtig heiß wird. Mittlerweile hat man doch festgestellt, dass eine Nachrüstung wohl ganz gut wäre. Zudem kauft der Großteil der Kunden die Tickets am Schalter. Und am Automat kann man dann mit Karte oder -passend- bar zahlen.
Am nächsten Tag ging es für uns zu unserem ersten Vulkan. Und das direkt bei einer Wanderung. Wir sind mit der Teleferico von 2.850m auf 3.945m gefahren. Von da aus sind wir dann Richtung Gipfel des Rucu Pichincha losgewandert.
Allerdings... die Höhe. Schon am Vortag haben wir beim Gehen durch Quito die Höhe gemerkt. Nun setzen wir einen drauf. Bis zum Gipfel (4.696m) ist es eine 4km-Wanderung und wir schauen, wie wir von Punkt zu Punkt kommen. Man merkte gleich wie der Herzschlag schneller ging und auch, dass einem flau im Kopf wird. Wir sind dann langsam weiter aufwärts gewandert. Natürlich reizt es auch sehr, auf der Höhe auf einem Vulkan zu wandern. Spoiler: Wir sind nicht ganz bis zum Gipfel gewandert.
Einige Höhenmeter vor dem Beginn des felsigen Arenals sind wir umgekehrt. Leider hat Stephan seine Wanderuhr in Düsseldorf vergessen, so dass wir nur anhand von Koordinaten auf Karten ungefähr die Höhe einordnen können. Bis auf 4.500 - 4.560 m werden wir gekommen sein. 500 Höhenmeter in 2 Stunden und das auf der Altitude an unserem 2. Tag, ist schon einiges. Es war richtig, nicht auch noch die letzten 200 Höhenmeter zu gehen. Die Belastung haben wir auch so schon am nächsten Tag gemerkt.

An Tag 3 in Quito ging es raus auf Land. Wir sind zunächst mit einem Uber zum Naturreservat des Pululahua gefahren. Dort gibt es einen Vulkankrater, welcher als einziger in der Welt bewirtschaftet wird und wo Menschen leben.

Als nächstes haben wir Mitad del Mundo besucht. Dies ist eine kleine Stadt über die "Mitte der Welt". Ecuador hat seinen Namen nämlich daher, dass die Äquatoriallinie durch das Land läuft. Das heißt, dass immer zur gleichen Zeit die Sonne auf und unter geht. Die kleine Stadt hat neben dem Monument auch viele Ausstellungen über die unterschiedlichen Kulturen in Ecuador.
Die indigiene Bevölkerung ist vielerorts sichtbar. Dabei tragen sie Teile ihrer kulturellen Kleidung. Es ist gut sichtbar, dass die Menschen in Ecuador nicht sehr groß sind.

Anschließend waren wir direkt nebenan in einem weiteren Museum über die "Mitte der Welt".
Hier gab es ganz viel physikalisches Wissen darüber, was es bedeutet auf Latidute: 0°00°00'' zu sein.
Unser Guide hat auf der Äquatoriallinie Wasser ablaufen lassen: rauschte quasi durch den Abguss.
Dann hat er Wasser auf der Südhalbkugel abfließen lassen: rauschte mit dem Uhrzeigersinn.
Dann hat er Wasser auf der Nordhalbkugel abfließen lassen:
rauschte gegen den Uhrzeigersinn.
Auch mussten wir mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen über die Äquatoriallinie laufen. Keiner aus der Gruppe hat es geschafft, gerade zu laufen. Hat man das gleiche 2-3 Meter neben der Äquatoriallinie gemacht, klappt es wieder. Fazinierend.

Für den Rückweg nach Quito haben wir dann den Bus genommen. Für holprige 75 Minuten im Bus haben wir 0,90$ gezahlt. Zum Vergleich: das Uber lag bei 15$, dafür in 50 Minuten.

Alles in allem können wir uns bei Quito nur bedanken. Es war die richtige Entscheidung, Quito als Startpunkt für Südamerika zu wählen. Wir merken auch, dass es hilfreich ist, dass wir letztes Jahr in Kolumbien waren und dort mit Bogotá geendet haben. Im Vergleich fällt auf, was für ein Moloch Bogotá gegen das entspannte, saubere und freundliche Quito ist.

Das Essen schmeckt bisher gut, jedoch fehlt Gemüse. Vieles ist fritiert oder/und aus Fleisch. Und die Ecuadorianer lieber Zucker. Da versuchen wir uns ein wenig fern zu halten. Ansonsten haben wir bereits Chicharrón, wahnsinnig leckere Schokolade, eine Suppe Locra de Papas, Empanadas und Cevice gegessen.