Horubadhoo - Malediven

Monique

7/29/2026

Nach fünf intensiven Wochen in Sri Lanka geht es für uns weiter auf die Malediven. Unser erster Stopp ist Hulhumalé, eine künstlich aufgeschüttete Insel direkt vor Malé. Sie wurde geschaffen, um den enormen Platzmangel in der Region zu lindern und die wachsende Bevölkerung der Hauptstadt zu entlasten.

Von Hulhumalé selbst bekommen wir allerdings nicht viel mit. Wir haben sowohl für die Anreise als auch für die Rückreise jeweils nur eine Nacht eingeplant. So dient die Insel für uns vor allem als Zwischenstopp, bevor es am nächsten Morgen endlich weiter Richtung Trauminsel geht.

Mit einer kleinen Propellermaschine fliegen wir nach Dharavandhoo. Schon der Flug ist ein Erlebnis: Unter uns breitet sich das türkisblaue Wasser aus, dazwischen liegen winzige Inseln wie grüne Farbtupfer im endlosen Blau. Nach der Landung geht es noch einmal mit dem Boot weiter. Unser Ziel ist das Baa-Atoll, das seit 2011 als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt ist und für seine außergewöhnliche marine Artenvielfalt bekannt ist.

Unsere nächsten Tage verbringen wir auf Horubadhoo, einer klassischen Resortinsel. Der Unterschied zu den sogenannten Local Islands ist schnell erklärt: Auf Resortinseln dürfen Gäste praktisch überall am Strand ins Wasser gehen und auch Alkohol wird ausgeschenkt. Auf den bewohnten Local Islands gibt es dagegen ausgewiesene Bikini-Strände und keinen Alkohol.

Das Publikum und auch die Mitarbeitenden sind international, viele von letzteren kommen aus Indien. Und egal, wem wir begegnen: Alle sind unglaublich freundlich und herzlich.

Wir wohnen in einer kleinen Hütte wenige Schritte vom Strand entfernt, bei der das Badezimmer teilweise nach draußen geöffnet ist. Unter der Dusche zu stehen, während wir gleichzeitig dem Rauschen der Wellen und dem Zwitschern der Vögel und dem Schnattern von Geckos zu lauschen, fühlt sich schon ziemlich perfekt an. Überall auf der Insel entdecken wir Flughunde, die zwischen den Palmen durch die Luft segeln. Das Inselinnere ist dicht bewachsen und unglaublich grün.

Und was für ein Meer! Das Wasser leuchtet in unzähligen Blautönen, von hellem Türkis bis zu tiefem Blau. Es sieht tatsächlich genauso aus wie auf den Hochglanzbildern aus dem Reiseprospekt. Und wir mitten drin.

Auch kulinarisch werden wir verwöhnt. Frühstück, Mittag- und Abendessen schmecken uns jeden Tag aufs Neue. Wir sitzen entweder an der offenen Fensterfront mit Blick auf das Wasser oder direkt am Strand. Dazu Sonnenuntergänge, die jeden Abend ein neues Farbenspiel an den Himmel zaubern.

Am Abend wird es dann unter Wasser noch einmal spannend. An den beiden Stegen rund um die Insel beobachten wir Riffhaie, die entspannt ihre Runden drehen. Dazu kommen unzählige andere Fische, die zwischen den Korallen unterwegs sind. Gleichzeitig nähern wir uns dem Vollmond. Der Mond scheint so hell, dass die Nacht teilweise fast taghell wirkt. So intensiv haben wir das bisher noch nicht oft erlebt.

Schon am ersten Tag nehmen wir an einer Yoga-Stunde am Strand mit Sonia teil. Und damit beginnt für uns eine überraschend sportliche Zeit auf der Insel. Wir machen Yoga, Pilates und sogar eine Klangschalenzeremonie mit. Sonia trifft bei Stephan dabei offenbar genau den richtigen Nerv, im wahrsten Sinne des Wortes. Er bucht kurzerhand private Stunden bei ihr und tatsächlich spürt er schon während unseres Aufenthalts, wie er beweglicher und gelenkiger wird. Die letzte gemeinsame Privatstunde beenden wir mit einer romantischen Herzmedition.

Für mich geht es natürlich auch wieder unter Wasser. Insgesamt fünfmal tauche ich ab. Ich wäre gerne noch öfter ins Wasser gegangen, aber die Preise für die Tauchgänge sind leider sehr hoch und drohen unser Budget zu sprengen. Trotzdem bekomme ich einiges zu sehen: Mantas, Triggerfische, Rotfeuerfische, Süßlippenfische und unzählige weitere Bewohner des Riffs. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, die großen und kleinen Fische zu beobachten und sich für eine Weile in dieser völlig anderen Welt zu verlieren.

Das absolute Highlight ist allerdings ein Schnorchelausflug zu den Mantas. Diese riesigen, eleganten Tiere schweben unter mir durch das Blau. Sie bewegen ihre Flügel langsam und scheinbar schwerelos, als würden sie durch die Strömung fliegen.

Und falls sich jemand schon einmal gefragt hat, ob man mit Maske und Schnorchel weinen kann: Ja, definitiv. Mit Freudentränen in den Augen treibe ich an der Oberfläche und kann kaum glauben, was ich gerade vor mir sehe.

Ansonsten machen wir genau das, wofür wir hierhergekommen sind: Wir verbringen Zeit im Wasser, lesen auf unseren Liegestühlen und schauen einfach mal nicht auf die Uhr. Kein Sightseeing-Programm, kein Busfahrplan, kein nächster Check-in. Nur Meer, Palmen und ganz viel Ruhe. So entspannt kann Urlaub sein.

Die Malediven geben uns genau das, was wir uns nach den vergangenen Monaten gewünscht haben: Zeit zum Durchatmen und die Muße, emotional langsam auf unsere Rückkehr nach Hause zuzugehen. Der Wechsel vom Reisenden zum Urlauber tut uns gut. Und während wir hier zwischen Yoga, Mantas und türkisblauem Wasser langsam zur Ruhe kommen, merken wir auch, dass wir das Ende unserer Reise bereits ein gutes Stück verarbeitet haben.

Und für uns bleibt nichts anderes übrig, als die Zeit im Hier und Jetzt zu genießen.