Küste, Kängurus und Koalas - Abschied vom Roadtrip

Monique

2/7/2026

Nach Tagen im Hinterland erreichen wir Mooloolaba und damit wieder die Küste von Queensland. Breiter Sandstrand, Palmen und eine entspannte Promenade empfangen uns. Wir verbringen viel Zeit am Meer, lassen uns von bis zu drei Meter hohen Wellen mitnehmen und genießen am Abend eine Sunset-Segeltour.

Bei Live-Musik, einem Glas Sekt und kleinen Snacks gleiten wir durch die Kanäle von Mooloolaba, während die Sonne langsam hinter den Häusern verschwindet. Wir fahren durch die Wasserkanäle und fragen uns schon, wie toll es sein muss, hier zu leben.

Von Noosa aus unternehmen wir den bekannten Coastal Walk, einen der schönsten Küstenwanderwege Australiens. Der Pfad führt entlang steiler Klippen, durch lichte Wälder und immer wieder zu Aussichtspunkten mit Blick auf das offene Meer. Bis zum Hell’s Gate sind wir unterwegs und haben großes Glück: Mehrfach entdecken wir Delfine, die parallel zur Küste durch die Wellen ziehen. Später gehen wir sowohl im Meer als auch in einem natürlichen Felsenpool baden, geschützt vor der Brandung. Das Wasser ist erfrischend und die Kulisse beeindruckend.

Ein ganz anderes Naturerlebnis erwartet uns im Habitat Noosa, wo wir mitten in der Wildnis campen beziehungsweise glampen. Offene Flächen, ein See, Wald und Tiere prägen das Gelände. Kängurus hüpfen ganz selbstverständlich direkt vor unserem Zelt vorbei. Die erste Nacht ist sehr windig, das Zelt raschelt unaufhörlich und hält uns wach.

Am nächsten Tag erkunden wir die Everglades von Noosa, eines der zwei Everglade-Systeme weltweit. Everglades entstehen, wenn Salzwasser oben vorhanden ist und Süßwasser von unten durchsickert und beides sich mischt. Zunächst fahren wir mit dem Boot über den Lake Cootharaba, während Regen auf uns niederprasselt und das Wetter eher grau bleibt. Auf dem Weg zu den Kanus passiert es: Zum ersten Mal sehen wir einen Koala in freier Natur. Hoch oben in einem Baum, zusammengerollt, ruhig und vollkommen in sich versunken. Später steigen wir in Kanus um und paddeln 5km durch die schmalen Wasserwege. Die Landschaft ist geprägt von Teebäumen, deren Blätter das Wasser je nach Lichteinfall dunkel oder bernsteinfarben färben. Ich nutze die Gelegenheit und springe ins Wasser und das Teebaumöl lässt meine Haut leicht orange schimmern. Wir versuchen nicht an die ganzen Catfish zu denken, die im Wasser unterwegs sind und genießen die Kur für unsere Haut.

Zum Abschluss unseres Roadtrips besuchen wir den Australia Zoo, den bekannten Tierpark der Familie Irwin. Da die Sommerferien zu Ende sind, ist es nicht sehr voll und das Gelände ist weitläufig und naturnah. Besonders beeindruckend ist der Kasuar, dessen Erscheinung eher an einen Dinosaurier als an einen Vogel erinnert. Und auch all die anderen wunderbaren Tiere, die es in Europa nicht gibt, sind spannend zu beobachten, wie Ameisenigel, Quokkas und Womabts. Zudem lebt hier im Zoo lebt auch die weltweit größte Giraffe mit 5,7 m.

Endlich kommen wir Koalas und Kängurus ganz nah. Einen Koala kann ich sogar ganz vorsichtig am Hinterteil gestreicheln, denn dort spüren sie nichts. Gleichzeitig lernen wir mal wieder, wie wichtig Schutzprogramme in Australien sind: Bei den Buschfeuern 2019 sind in Queensland schätzungsweise 50 bis 70 Prozent der Koala-Population ums Leben gekommen, plus der tödlichen Infektionen, sind Koalas sehr gefährdet in ihrem Überleben. Die Koalas sind wirklich einfach zuckersüß und wir könnten ein eigenes Video und Fotogalerie eröffnen, denn es macht viel Spaß die Racker zu fotografieren und zu filmen. Ein weiteres Highlight sind die freilaufenden Kängurus, die uns entspannt aus der Hand fressen und sich streicheln lassen. Die abstehenden Vorderzähne machen das Füttern zu einer kitzligen Angelegehneheit. Die Wallabys bleiben dagegen scheuer und ihnen kann ich das Futter nur zuwerfen.

Zwischen Meer, Küstenpfaden, Wildnis und intensiven Tierbegegnungen fühlt sich diese Etappe unseres Roadtrips sehr rund an. Die vergangenen zwei Wochen mit dem Mietwagen zwischen Küste und Hinterland zu wechseln, hat sehr viel Abwechslung und uns Australien in verschiedenen Facetten näher gebracht. Die kleinen Orte im Hinterland ermöglichen Begegnungen mit Mensch und Natur, während die Küste Sonne, Strand und Leichtigkeit verspricht.

Eigentlich stand Australien gar nicht auf unserer Wunschliste, weil das Land so groß und schwierig zu entscheiden ist, was wir erleben und entdecken möchten. Wir sind sehr glücklich hier gelandet zu sein und fühlen uns gleichzeitig bestätigt. Denn am liebsten möchten wir alles sehen, nur es sind einfach ganz andere Dimensionen an Kilometern.

Am Ende des Roadtrips von Sydney nach Brisbane sind wir insgesamt 1300 Kilometer gefahren. Das ist mehr, als wenn wir Deutschland von Nord nach Süd durchfahren hätten. Und bevor wir Australien verlassen, bleiben wir eine Woche in Brisbane, um mehr Zeit zu haben für weitere Reiseplanungen, Entspannung und um die Stadt in Ruhe zu entdecken.