Lombok: No worry, Chicken Curry
Monique
3/5/2026


Nach unseren Tagen auf Gili Air setzen wir nach Lombok über. Von Bangsal bringt uns ein Taxi nach Tetebatu, ein kleines Dorf am Fuß des Rinjani-Vulkans. Unser Homestay liegt mitten im Dorf, umgeben von Reisfeldern und kleinen Häusern.
Schon kurz nach unserer Ankunft sind wir mitten im Alltag der Familie angekommen. Beim Lunch helfe ich in der Küche und schnipple Gemüse. Am Abend stehe ich wieder in der Küche und helfe bei den Vorbereitungen zum Fastenbrechen.
Zum Abendessen sitzen wir schließlich mit den anderen 3 Gästen zusammen. Roni vom Homestay holt später seine Gitarre heraus, beginnt zu spielen und nach kurzer Zeit singen wir gemeinsam.
Der Ramadan prägt das Leben im Dorf deutlich. Rund um das Fastenbrechen wird gefeiert, es gibt immer wieder Feuerwerk, und aus den Moscheen erklingen lange Gebete. Besonders schlafraubend ist die Nacht: Gegen vier Uhr morgens werden wir vom Muezzin geweckt, der zum Morgengebet ruft. Die Stimmen verschiedener Moscheen vermischen sich und tragen weit durch die Nacht.
Am nächsten Morgen starten wir nach dem Frühstück mit Oschi zu einer kleinen Tour durch die Umgebung.
Der Weg führt zunächst durch die Reisfelder rund um Tetebatu. Oschi erklärt uns geduldig, wie Reis wächst, wann gepflanzt wird und wie die Ernte abläuft. Immer wieder bleiben wir stehen, während Bauern auf den Feldern arbeiten oder Wasser durch kleine Kanäle geleitet wird.
Unterwegs legen wir eine Pause an einem kleinen Warung ein. Dort probieren wir lokalen Kaffee und verschiedene Gewürze.
Mehrfach werden wir unterwegs angesprochen. Sobald wir erzählen, dass wir aus Deutschland kommen, hören wir oft ein erstauntes „Ach so!“ – offenbar ein Land, das hier viele kennen, aber keiner persönlich.
Ein Highlight des Tages ist ein Wasserfall mitten im Wald. Das Wasser ist überraschend kalt, aber genau deshalb unglaublich erfrischend.
Später entdecken wir im Wald graue und schwarze Affen in den Bäumen.
Auffällig ist auch, wie ordentlich viele Orte hier wirken. Entlang der Straßen und in den Reisfeldern sehen wir deutlich weniger Müll als sonst. Stattdessen liegen am Straßenrand große Planen mit frisch geerntetem Reis, der mehrere Tage in der Sonne trocknet.
Die Tage in Tetebatu geben uns einen besonders ursprünglichen Einblick in das Leben auf Lombok.
Oschi erzählt uns, dass das Fastenbrechen früher sogar noch länger gefeiert wurde: bis tief in die Nacht hinein, bevor kurz vor Sonnenaufgang noch einmal gegessen und gebetet wurde.
Nicht nur laut, sondern auch gefährlich sind allerdings die selbstgebauten Feuerwerkskörper aus Bambusrohren, die immer wieder durch das Dorf knallen und den Beginn des Abends ankündigen.




































Unsere Weiterreise führt uns quer über Lombok nach Kuta. Während der Fahrt sehen wir viele kleine Orte, bunte Moscheen, Märkte und Schulhöfe voller Kinder. Dabei fällt uns plötzlich auf, was im Straßenbild fehlt: Warungs. Während des Ramadan bleiben die meisten tagsüber geschlossen. Und da es in dieser Region kaum Tourismus gibt, lohnt es sich auch nicht, für Reisende geöffnet zu bleiben.
Kuta begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und rund 30 Grad. Bei diesem klaren Himmel können wir uns kaum vorstellen, wie heiß es hier in der Trockenzeit werden muss. Unser Bungalow mit Pool fühlt sich nach den intensiven Tagen fast wie eine kleine Oase an. Wir lassen den Tag entspannt ausklingen: Stephan genießt eine Massage, während ich noch einmal zum Yoga gehe.
An unserem letzten Tag in Indonesien leihen wir uns einen Roller. Damit fahren wir zunächst zum Aussichtspunkt Bukit Merese. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die geschwungenen Buchten der Südküste. Danach geht es weiter zum Tanjung Aan Beach. Der helle Sand und das klare Wasser sind ein schöner Ort, um die letzten Stunden in Indonesien zu genießen.
Am Abend wartet noch ein besonderes Erlebnis auf uns. Wir fahren zur Fledermaushöhle Goa Bangkang, in der angeblich rund eine Million Tiere leben. Mit Helm und Maske gegen den beißenden Ammoniakgeruch betreten wir die Höhle. Die meisten Fledermäuse hängen dicht an dicht schlafend an der Decke.
Als wir wieder draußen sind, beginnt kurz darauf ein beeindruckendes Schauspiel. Zum Sonnenuntergang verlassen Tausende Fledermäuse gleichzeitig die Höhle und ziehen in langen Schwärmen in den Abendhimmel, um Nahrung zu suchen.



























Damit endet unsere Zeit in Indonesien und die letzten Wochen waren landschaftlich sehr abwechslungsreich. Besonders die beiden Tauchkurse bleiben mir im Gedächtnis. Wenn plötzlich ein Schiffswrack aus dem Blau des Ozeans auftaucht, Schildkröten vorbeigleiten oder neugierige Fische um mich herum schwimmen, bin ich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Neben der beeindruckenden Unterwasserwelt ist auch die Technik des Tauchens interessant. Der Umgang mit der Ausrüstung, die Kontrolle der Atmung und das Gefühl, schwerelos unter Wasser zu schweben.
Bali, Gili Air und Lombok zeigen uns dabei drei sehr unterschiedliche Seiten Indonesiens aber, was überall gleich bleibt, ist die Freundlichkeit der Menschen, denn wir werden stets mit einem Lächeln begrüßt.
Gleichzeitig wird uns auch bewusst, wie arm viele Regionen sind. In Kuta sehen wir Kinder, die Armbänder auf der Straße verkaufen. Sozialleistungen wie Rente oder Krankenversicherung gibt es nicht. Ein gutes Gehalt liegt bei etwa 150 Euro im Monat, bei einer Arbeitswoche von sechs Tagen.
Der Ramadan prägt das Leben stark. Mehrmals täglich erklingen die Gebete aus den Moscheen. Die Stimmen verschiedener Moscheen überlagern sich dabei und klingen fast wie ein großes Meer aus Gesängen.
Manchmal wirkt es deshalb befremdlich zu sehen, wie wenig Rücksicht manche Touristen auf diese religiösen Regeln nehmen. Etwa wenn sie oberkörperfrei durch Geschäfte laufen oder so auf dem Roller unterwegs sind, während gleichzeitig schon kleine Mädchen Kopftücher tragen.
Was bleibt, ist der Wunsch, eines Tages zurückzukehren. Die Regenzeit hat uns einige Pläne vereitelt. Die Vulkane auf Bali und Lombok konnten wir deshalb nicht besteigen. Und natürlich gibt es noch viele weitere Tauchspots zu entdecken.
Indonesien hat uns neugierig gemacht und das ist ein schönes Souvenir aus diesem Land.

