Neuseeland: Angekommen im Land der Wolken
Monique
11/30/2025


Ankunft in Auckland. Nach der langen Reise beziehen wir für eine Nacht einen kleinen Bungalow in der Nähe des Flughafens. Am nächsten Morgen waschen wir endlich wieder Wäsche - ein Luxus nach so vielen Wochen ohne Wäscheservice - und fliegen anschließend weiter nach Queenstown auf die Südinsel.
Am Mietwagenschalter begrüßt uns Karin, die ursprünglich aus Freiburg kommt und vor 25 Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist. Sie erzählt uns, wie teuer das Leben seit der Pandemie in Neuseeland geworden ist. Wie wir später nachlesen, verlassen seit 2024 immer mehr Menschen das Land, sodass die Regierung angefangen hat, in China für Zuwanderung zu werben. Es gilt hier noch der Traum vom eigenen Haus, Grundstück und Auto. Da viele sich dies durch ihr Gehalt nicht mehr leisten können, reicht die Schönheit der Natur nicht aus und viele wandern aus. Insbesondere nach Australien zieht es die Menschen, da die Gehälter dort im Durchschnitt um 30% höher liegen.
Unser Hostel in Queenstown entpuppt sich als Partyhostel, ist aber das Einzige, das in unser Budget passt. Am Abend spazieren wir durch den Ort, entlang der Promenade, vorbei an Bars, Foodtrucks und unzähligen asiatischen Touristen, die das Stadtbild dominieren. Der Jetlag bringt uns jedoch früh ins Bett. Im Hostel müssen wir dann nur ein einziges Mal zwei angetrunkene Zwanzigjährige bitten, nach 22 Uhr die Musik auszuschalten.
Am nächsten Morgen stehen wir um sieben Uhr als Erste beim Frühstück und wandern kurz darauf hinauf zur Bergstation der Gondel: 400 Höhenmeter in 55 Minuten. Der Weg führt durch dichten Wald, begleitet von Vogelgezwitscher, und oben angekommen liegt Queenstown vor uns. Wie immer fühlt es sich gut an, zu wandern und wir spüren bei jedem Schritt, wie anders alles im Vergleich zu Südamerika ist.
Nach der Wanderung fahren wir weiter nach Te Anau. Angekommen gibt es zur Stärkung erst mal leckere Pies und das Nationalgetränk L&P, eine Zitronenlimonade. Mit am Tisch sitzen zwei ältere Australier und es macht super viel Spaß, sich mit ihnen ohne sprachliche Hürden zu unterhalten.
Am Nachmittag nehmen wir ein Schiff zu einer Glühwürmchenhöhle. Die Höhle ist jung, gerade einmal 12.000 Jahre alt und bislang nur auf 7 Kilometer Länge erforscht. Die Glühwürmchen darin leuchten zartblau, und erst hier erfahren wir: Es sind eigentlich die Larven einer Mücke. Je hungriger sie sind, desto heller strahlen sie. Für uns hätten es gerne ein paar mehr Glühwürmchen sein können, die an der Decke hängen oder übers Wasser fliegen, während unserer Bootsfahrt durch die Höhle.
Der nächste Morgen empfängt uns mit strömendem Regen. Schon um 7:30 Uhr checken wir aus und machen uns auf den Weg zu einem der berühmtesten Fjorde Neuseelands: dem Milford Sound. Die Straße dorthin ist nass, grau und wolkenverhangen, und der Regen begleitet uns bis zum Schiff.
Je näher wir der Anlegestelle kommen, desto wilder wird es: Regenpeitschen, Nebelschwaden und Windböen. Auf dem Parkplatz begrüßen uns zwei Keas, die einzigen alpinen Papageien der Welt. Sie stolzieren neugierig zwischen den Autos und Campervans umher und laufen auch mal gerne über ihnen.
Auf dem Schiff treibt uns der Wind mit 90 km/h über das Deck. Die Crew meint, dass Regentage die besten seien, denn dann würden unzählige Wasserfälle entstehen. Und tatsächlich: An den steilen Felswänden rauscht es überall. Es ist, als würde der ganze Fjord atmen. Schon auf der Hinfahrt haben uns die unzähligen Wasserfälle entlang der kahlen, steilen Berghänge fasziniert.
Später entdecken wir sogar zwei Fjordlandpinguine, eine der seltensten Pinguinarten der Welt. Die Bootstour wird trotz (oder gerade wegen) des dramatischen Wetters unvergesslich.
Als wir später wieder Richtung Te Anau fahren, sind unsere Hosen von einem Minispaziergang völlig durchnässt, aber wir sind glücklich. Dieser Ausflug war wild und nass. Anschließend fahrend wir nach Wanaka weiter und bereits der erste Blick über die Stadt ist überwältigend. Wieder ein blauer See, wieder viele Berge ringsherum und überalle nette, kleine Häuser. Zum Abendessen gönnen wir uns ein super leckeres Eis, z.B. in der Sorte Hokey Pokey, eine Mischung aus Vanille und Honigwabentoffee.
Unsere ersten Tage Neuseeland lassen uns hier wohlfühlen und wir merken, auf was wir in Südamerika verzichtet haben. Der Standard der Unterkünfte ist viel höher. Es macht Spaß beim Duschen sofort wieder warmes Wasser zu haben, das Toilettenpapier kann in die Toilette, das Wasser aus dem Hahn ist trinkbar... In Restaurants gibt es zum Essen kostenlos Tap-Water zu trinken und dadurch, dass alle Englisch sprechen, ist das Reisen viel einfacher und entspannter geworden.

















