Nordinsel Roadtrip: Von Wellington bis Auckland
Monique
12/13/2025


Nach der Überfahrt mit der Fähre nach Wellington haben wir zunächst chinesisch gegessen und sind anschließend ins Te Papa Museum gegangen. Am meisten gefiel uns der Bereich über Pflanzen, Tiere und Fische. Denn im Museum wird eindrucksvoll gezeigt, wie sehr die endemische Natur Neuseelands unter den von Europäern eingeführten Pflanzen und Tieren gelitten hat. Damit wird auch verständlich, warum die Einreise so streng reguliert ist und keinerlei naturfremde Produkte eingeführt werden dürfen. Das Museum spiegelt wieder, dass Neuseeland sich als Farmland sieht. Dies sehen wir unterwegs tatsächlich häufig: weite Flächen mit Kuh- und Schafsherden, Pferden, Ziegen und zahlreiche abgeholzte Waldabschnitte.
Auffällig im Museum ist, dass der ursprüngliche Name des Landes überall gemeinsam mit dem europäischen genannt wird: Aotearoa New Zealand. Ein Guide berichtete uns, dass es politische Überlegungen gibt, offiziell nur noch den Māori-Namen zu verwenden. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafen machen wir uns auf dem Weg zum Campingplatz in Foxton Beach.
Am nächsten Tag geht es über die Whanganui Nationalpark Scenic Route, die sich als heftige Schotterstraße herausstellt. Trotz langsamer Fahrt prasseln Kieselsteine gegen den Campervan, als wären wir in einem Steinhagel. Ein Steinchen hat sich sogar so verklemmt, dass es beim Linkslenken laut quietscht, bis es sich schließlich von selbst abnutzt. Trotzdem war das eine unangenehme halbe Stunde, in der wir uns schon von unserer Kaution verabschiedet hatten.
Je weiter wir fahren, desto mehr fühlen wir uns wie im Auenland: sanfte, grüne Hügel übersäht mit Schafen. Im National Park Village ist die Straße plötzlich gesperrt. Ein Waldbrand zerstört 300 Hektar, Wanderwege sind geschlossen und unser gebuchter Campingplatz steht kurz vor der Evakuierung. Wir weichen daher auf einen kleinen Campingplatz im Wald aus und verbringen einen ruhigen Abend unter dem klaren Sternenhimmel.
Am nächsten Tag ist die Hauptroute weiterhin gesperrt, also machen wir uns auf den Weg nach Lake Taupo. Unterwegs wandern wir zwei Stunden auf dem Wahihohonu Track im Tongariro Nationalpark, weit entfernt vom Feuer. Der Lake Taupo, der größte See Neuseelands und Australiens, empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein. Auf dem Campingplatz nutzen wir die Waschmaschine und springen in den Pool, bevor ich abends den neuen Blogartikel hochlade. Das Video von Stephan dazu benötigt die ganze Nacht.
Wir frühstücken am nächsten Morgen in der Community Kitchen und staunen über die Kreativität der anderen Reisenden, während wir uns mit Toast begnügen. Da unser Kühlschrank nicht mehr funktioniert, blieb unsere Auswahl ohnehin klein. Beim Stopp am Aratiatia-Wasserfall merken wir, wie warm es bereits am frühen Vormittag ist. Der Sommer ist quasi über Nacht angekommen.
Der Besuch im Wai-o-Tapu Thermal- und Geologiepark ist ein Highlight. Die Vulkanregion erstreckt sich auf 250km und zählt zu den aktivsten Vulkanzonen der Welt. Die farbintensiven, brodelnden und dampfenden Becken sind faszinierend, allen voran der Champagne Pool, der mit 65 Meter Tiefe, 74 Grad heiß ist und in intensiven Farben schimmert.
In Rotorua folgen wir nach einem leckeren chinesichen Essen einem City Walk aus dem Lonely Planet, sehen am Lake Rotorua unzählige schwarze Schwäne und verpassen nach einem langen Gespräch, bei Eis und Milkshake mit zwei Neuseeländern die Öffnungszeit des Māori Living Village. Dafür sind wir dann weiter in den Red Forest. Für mich einer der schönsten Orte unserer Reise. Die Ruhe zwischen den Bäumen und das Vogelgezwitscher sind herrlich entspannend. Zwischen imposanten Redwoods entdecken wir das silberne Farn, eines der Nationalsymbole Neuseelands.
Nach dem Spaziergang im Wald geht es weiter nach Maunganui. Der Ort überrascht mit seiner völlig anderen Stimmung: lebhaft, sonnig, voller Surfer, Flipflops und Beachvolleyball. Nach einem Abendessen mit Meerblick steigen wir am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück auf den Mt. Maunganui, gemeinsam mit Schulklassen, Rentnern und zahlreichen Frühaufstehern. Danach frühstücken wir mit Blick auf den Strand, baden im Meer und genießen die 21 Grad warmen Wellen. Wir haben viel Spaß dabei, in die Wellen einzutauchen. Der Abstecher hat sich absolut gelohnt und uns gezeigt, wie vielfältig Neuseeland ist.
Auf dem Weg zu unserem letzten Campingplatz legen wir eine Kaffeepause im Grünen ein und kommen erneut mit Locals ins Gespräch. Für uns ist dies einer der schönen Vorteile der weniger touristischen Nordinsel. Zudem machen wir noch einen Zwischenstopp beim Karangahake, dem ehemaligen Goldgräbergebiet Neuseelands. In Miranda erwartet uns ein Campingplatz mit Palmen, Bäumen und einer lebhaften Vogelwelt. Im Hot Pool lassen wir unseren letzten Abend als Camper ausklingen und schauen der untergehende Sonne zu, die sich rot im Wasser spiegelt.
Am nächsten Morgen räumen wir den Campervan auf, packen und machen eine letzte Pause am Meer, mit Kaffee und Blick aufs Wasser. Ein letztes Mal gibt es Fish & Chips und Countrymusik aus dem Radio, bevor wir den Campervan im Süden Aucklands abgeben und mit der Metro in die Innenstadt fahren. Endlich wieder ÖPNV! Plötzlich sind wir zurück in der Welt der Hotels und beenden den Tag mit einem hervorragenden japanischen Abendessen.
Für unser nächstes Reiseziel müssen wir dann noch einiges einkaufen: Sonnencreme, Moskitoschutz, After Sun Lotion und T-Shirts mit Sonnenschutz zum Baden kommen in den Rucksack. Auch packen wir alle bishier gekauften Souveniere zusammen und schicken ein Päckchen nach Köln. Die Aktion wird ziemlich zeitintensiv, da für den Zoll alles einzeln gewogen und deklariert wird. Dank der Hilfe der Mitarbeiterin in der Poststelle komme ich über jedes einzelne Stück mit ihr ins Gespräch, welches unsere Route widerspiegelt. Am Abend erkunden wir das Hafenviertel von Auckland und bleiben einem der vielen asiatischen Essenstände hängen. Hier sind Yachten aneinander gereiht soweit das Auge reicht. Beim Sonnenuntergang erstrahlt die Skyline von Auckland und bei einem Cocktail lassen wir unseren letzten Abend in Neusseland ausklingen.
Bevor wir am nächsten in den Flieger steigen, fahren wir mit dem Bus noch zum Mount Eden. Er ist der höchste Vulkankrater in Auckland und bietet uns einen Rundumblick auf die ausgebreitete Stadt mit den vielen Inseln ringsherum. Dank der großen asiatischen Community in der Stadt, genießen wir zum Abschluss leckere chinesische Nudelsuppe.







































It's beginning to look like Christmas
Die Adventszeit in Neuseeland zu verbringen, fühlt sich echt verrückt für uns an. Während wir mit kurzer Hose, Sonnenbrille und Eis in der Hand unterwegs sind, erinnert lediglich die Dekoration und Musik daran, dass Weihnachten kommt. Hier gibt es keinen Advent, keine Adventskalender, keinen Glühwein, keine dunklen Nachmittage, an denen Kerzenschein und Plätzchen backen vieles gemütlicher machen. Uns wird bewusst, wie sehr Weihnachten in Europa auch ein Fest des Lichtes ist, denn Weihnachten stellt ein Gegenpol zur Dunkelheit dar, als Hoffnung in der kältesten Zeit des Jahres. Dies braucht es hier nicht, denn das Leben findet im Sommer draußen statt. Weihnachten wirkt daher wie entkoppelt von seiner ursprünglichen Funktion.
In Neuseeland gibt es Weihnachtsparaden, die dem Rosenmontagsumzug ähneln, nur halt ohne Kamelle. Leider haben wir keine gesehen; zumindest in Auckland besuchen wir den Weihnachtsmarkt. Dieser bietet ganz viel Handwerkskunst, Essen aus Asien und Indien und Bastel- und Schminkstände. Auch ich habe eine Weihnachtskarte selbst gestaltet, während an anderen Stellen es kostenlos Wasser und Sonnencreme gibt.












Unsere Gefühle zum Abschied
Wir haben 1.531 Kilometer im Auto/Campervan zurückgelegt und Neuseeland als Land mit hohem Standard erlebt: kostenloses Trinkwasser, saubere Toiletten, große Sicherheit und viele Regeln, z.B. kein Alkohol und Zigaretten auf der Straße, Drohnenverbot, E-Trettroller mit Helm. Bemerkenswert ist zudem: wirklich jedes kleine Gewässer und Brücke trägt einen eigenen Namen mit Schild.
Neuseeland bietet landschaftlich alles: Berge, Gletscher, Strände, grüne Hügel. Zudem ist das Land hervorragend auf Touristen eingestellt. Für uns war das Reisen dadurch fast ein wenig zu einfach; unser Abenteuer-Gen hätte sich manchmal mehr Unvorhersehbares gewünscht.
Die Māori-Kultur ist sprachlich sichtbar, aber im Alltag – besonders auf der Südinsel – weniger präsent. Unsere Campervan-Erfahrung war insgesamt positiv: viel Natur und große Freiheit. Weniger schön war der begrenzte Komfort des Toyota Hiace und der viele Hin- und Hergeräume auf wenig Platz.
Wir haben viel gesehen und hätten dennoch gut eine zusätzliche Woche gebrauchen können. Doch Neuseeland ist teuer, selbst mit unserem stark reduzierten Campervan-Preis. Der November/Dezember sind eine gute Reisezeit, da es noch Nebensaison ist. In der Hauptsaison ab Weihnachten/Januar/Februar wäre zudem alles voller, teurer und spontane Entscheidungen kaum möglich gewesen. Und sehr verwunderlich für mich: bis zum Schluss rutscht mir beim Bestellen im Restaurant manchmal das Spanische heraus.
Was bleibt, ist das Gefühl der Freiheit, morgens loszufahren, ohne zu wissen, wo wir abends schlafen. Dies ist, neben der Natur und den Begegnungen, eine der schönsten Seiten dieser Reise.

