Roadtrip von Wanaka bis Christchurch
Monique
12/3/2025


Am nächsten Morgen starten wir in Wanaka mit einem Frühstück der Superlative: kein übliches Toast-Rührei-Setup, sondern ein richtiges Handwerks-Croissant mit leckerem Dip. Gestärkt wandern wir dann über die Hügel oberhalb von Wanaka, mit Blick auf den glitzernden See, eingerahmt von Bergen. Unterwegs treffen wir Ferhat, einen netten Franzosen, der sich uns anschließt. Zu dritt läuft es sich gleich noch ein bisschen leichter und wir tauschen Reisegeschichten aus.
Zurück in Wanaka gibt es Fish & Chips direkt am Seeufer, während wir unser Essen entschlossen gegen sehr gierige Möwen verteidigen. Danach geht es in einen Elektromarkt: Stephan ersetzt endlich den e-Reader, den er bereits in Bolivien verloren hatte, und wir gönnen unserer Actioncam ein Mikrofon.
Auf dem Weg nach Twizel halten wir unterwegs bei einer Lavendelfarm. Auch wenn die Felder noch nicht in voller Blüte stehen, liegt ein feiner, süßer Duft in der Luft. Zwischen den Reihen zu laufen, Fotos zu machen und dabei die Berge im Hintergrund zu sehen, macht Spaß.
Selbst die Autofahrt ist ein Erlebnis. Links und rechts gibt es super viel zu sehen und wir haben auch einen tollen Blick auf Mt. Cook, den höchsten Berg Neuseelands.
In Twizel übernachten wir in einem supersüßen Cottage und der Ort hat weniger als 2000 Einwohner. Abends sitzen wir in einem kleinen Lokal, in dem man Alkohol nur bekommt, wenn man dem Club beitritt. Willkommen in der Provinz. Später blicken wir in einen klaren Sternenhimmel über uns.
Am nächsten Morgen fahren wir zum Mt. Cook. Die Berge sind wolkenverhangen und keine Sicht auf den Gipfel. Im Mt. Cook Village bleibt es grau und nass, aber wir machen eine regengeschützte Wanderung, einfach um die Stimmung aufzusaugen. Danach fahren wir zum Tasman Glacier View. Dort hört plötzlich der Regen auf. Die Wolken reißen auf, ein Stück Sonne fällt auf den Tasman Lake und auf den mit dunklem Sediment bedeckten Gletscher. Der Blick auf den Mt. Cook bleibt uns jedoch weiterhin verwehrt.
Unsere Route führt uns weiter zum türkisfarbenen Lake Tekapo. Am Ufer wachsen unzählige Lupinen in rosa, blau und lila. Da eine Übernachtung hier zu teuer ist, fahren wir weiter nach Fairlie (970 Einwohner), einem charmanten kleinen Ort, der uns sofort gefällt.
Die Landschaft entlang der Strecke wirkt wie gemalt: grüne, sanfte Hügel, Schafe und Kühe auf weiten Weiden, dazwischen große Bewässerungsanlagen, deren Zweck wir nicht entschlüsseln können. Es ist eine Mischung aus Ruhe und Farben, für die wir immer wieder mal anhalten.
Am nächsten Tag machen wir einen Abstecher nach Timaru, der sich -ganz ehrlich- nicht lohnt. Die dort lebenden blauen Pinguine zeigen sich nur zur Dämmerung, und wir sind zur falschen Zeit da. Also geht es weiter nach Akaroa. Der Ort liegt in einem erloschenen Vulkan und überrascht uns sofort: sattgrüne Hügel, ein tief eingeschnittener Fjord, französischer Charme. Zum ersten Mal seit Wochen essen wir wieder draußen in der Sonne. Später sitzen wir auf dem Steg bis zum Sonnenuntergang, und auf dem Rückweg begegnet uns nicht ein einziges Auto.
Über eine Scenic View Road fahren wir am nächsten Tag weiter nach Christchurch. Von oben sehen wir den Norden der Südinsel und blicken in einige der Fjorde. Christchurch begrüßt uns dann mit 22 Grad und viel Sonne. Nach der Mietwagenabgabe schlendern wir durch die Innenstadt – modern, freundlich, mit spürbarem Aufbruch, nachdem die schweren Erdbeben 2010/2011 die Stadt verändert haben. In den Riverside Markets gibt es ein leckeres Abendessen, bevor wir im schönsten Kino Neuseelands „Die, My Love“ schauen.
Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus zum International Antarctic Centre. Die Ausstellung/Aktionen sind überraschend spannend. Wir fahren mit einem Hagglund-Fahrzeug über eine nachgebaute antarktische Landschaft, ruckeln über Eisschollen und bewältigen Neigungsfahrten bis 26 Grad sowie Hügel mit 45 Grad Steigung.
In einer Kältekammer erleben wir einen simulierten Schneesturm bei –18 Grad gefühlter Temperatur. Wir sehen die Little Blue Penguins, die hier leben, weil sie in freier Wildbahn nicht mehr überleben könnten.
Wir erfahren, wie eng das Leben der Pinguine in der Antarktis mit Krill, Eis und Algen verbunden ist. Der Klimawandel reduziert bereits jetzt ihren Bestand dort. Die Antarktis liegt übrigens in derselben Zeitzone wie Neuseeland, was irgendwie verrückt ist.
Anschließend besuchen wir das Willowbank Wildlife Reserve und sehen Tiere, die in Neuseeland leben – manche endemisch, viele eingeschleppt. Wir begegnen Keas, Capybaras, Emus, Wallabys und sehen einen Kiwi im dunklen Nachtgehege bei der Futtersuche. Sein langer, schmaler Schnabel wirkt fast surreal. Ein lehrreicher Ort über die fragile Balance der Natur in Neuseeland.
Wir fahren heute viel mit dem ÖPNV, kaufen das Ticket bequem per Smartphone. Die Tagesobergrenze liegt bei etwa sechs Euro. Wir merken, wie viel wir gelernt haben, und wie spannend solche Ausflüge sind, die über Natur und Landschaft hinausgehen. Christchurch wirkt mit seinen Parks, Radwegen und dem entspannten Lebensrhythmus sehr ebenswert.
Was wir auf unseren ersten Teil des Roadtrip auch überall wahrnehmen, ist die sprachliche Anerkennung der Maori-Kultur. An vielen Orten und im Alltag wird in der Schrift der Maori Inhalte, etc. ebenfalls alles erklärt und zugänglich gemacht.
Morgen holen wir unseren Campervan ab und freuen uns auf eine ganz neue Art des Reisens.












































