Santiago de Chile
Stephan
10/24/2025
Nachdem wir am Flughafen von Santiago de Chile gelandet sind, wollen wir erstmal zu McDonalds. Das ist eigentlich untypisch für uns, aber wir haben Hunger und die saftigen Burger, die auf den Werbetafeln am Flughafen präsentiert werden, verfehlen ihre Aufgabe nicht. Kurz auf Google Maps geguckt, da ist doch ein McDonalds im Flughafenglände. Wir kaufen noch schnell die Bustickets für die Fahrt in die Stadt und machen uns auf den Weg. So ein Flughafengelände ist groß und wir laufen eine Weile bis wir feststellen, dass uns der direkte Weg versperrt ist. Monique fragt ein paar Mitarbeiter, die rauchend auf einer Treppe rumhängen und wir gehen weiter. Weitere 10 Minuten später ist nun deutlich, dass wir defintiv nicht zu McDoof kommen, da es hinter der Security des Terminals liegt. Wir laufen also entnervt und mit vollem Gepäck alles wieder zurück und gehen zur Bushaltestelle. Der Hunger ist zwischenzeitlich nicht weniger geworden und die Fahrt dauert mindestens 30 Minuten.
An der Endhaltestelle suchen wir dann direkt den nächsten McDreck auf und nach weiteren 15 Minuten Wartezeit (McDonalds hier sieht aus wie bei uns vor 20 Jahren....) bekommen wir endlich unser Fastfood! Das ist dann natürlich auch nur halb so befriedigend wie man es sich vorher ausgemalt hat, aber der Gaumen bekommt, wonach er verlangt.


Abgesehen vom verunglückten Start, haben wir einen positiven ersten Eindruck von Santiago. Unser AirBnB liegt unweit des Plaza de Armas, wo wir am nächsten Morgen direkt an einer Stadtführung teilnehmen. Wieder äußerst interessant, was uns der Guide so über die Stadt und die Geschichte erzählt. Wir erfahren vor allem viel von der Zeit der Diktatur unter Pinochet und dem Davor und Danach. Wir stehen genau an dem Punkt, an dem ein Dokumentarfilmer erschossen wurde, der den Putsch durchs Militär zufällig filmte. Wir sehen auch das Einschussloch in der Statue eines wichtigen Politikers, der vor Pinochet viel für das Land getan hat. Wir lernen darüberhinaus, dass Santiago täglich von Erdbeben erschüttert wird. Da diese aber fast immer unter dem Wert von 5 auf der Richterskala liegen, bekommt man das nicht mit.



Die Architektur in der Innenstadt/Altstadt erinnert an New York, das den Architekten als Vorbild gedient hat. Es gibt zahlreiche Gebäude, die den Stil der 30er Jahre kopiert haben und so auch in Manhattan stehen könnten. Santiagos Bezirke werden unabhängig voneinander verwaltet und dies hat drastische Auswirkungen. Den wohlhabenderen Stadtteilen stehen erheblich mehr Mittel für z.B. Sicherheit oder Straßenreinigung zur Verfügung. Tendenziell gilt: Je weiter westlich, desto ärmer und je weiter östlich, desto reicher sind die Einwohner. Während der Plaza de Armas und direkt umliegende Straßen noch einen gepflegten Eindruck machen, ändert sich dieser Eindruck schnell, als wir mal ein paar Straßen in die "falsche" Richtung gehen. Chile ist zwar vergleichweise wohlhabend und der Eindruck von San Pedro de Atacama hat sich durchaus bestätigt. Aber das heisst nicht, dass es hier nicht auch Armut gibt. Tatsächlich beobachten wir live wie ein Mann versucht, einer Touristin unserer Gruppe während der Stadtführung die Kette vom Hals zu reißen. Mitten am Tag während wir über die Ampel gehen!




















Der wohlhabende Teil im Osten der Stadt ist sehr lebenswert mit seinen vielen schicken Einfamilienhäusern, viel Grün und netten Cafès und Restaurants. Das größte Highlight hier ist aber der Cerro San Cristóbal, der Hausberg der Stadt. Dieser ist mit Seilbahnen erschlossen und die Ticketpreise sind sehr moderat. Von oben bietet sich ein unglaublicher Blick auf die Skyline Santiagos, eingerahmt von den schneebedeckten Andengipfeln. Der Cerro San Cristóbal ist das Naherholungsgebiet der Stadt und bietet jede Menge Möglichkeiten zur Beschäftigung und Entspannung. Wie der Central Park, nur eben nicht flach. Toll! Im nahegelegenen Bankenviertel befindet sich das Costanera Center, das höchste Gebäude Südamerikas, mit stolzen 300 Metern Höhe. Von der Aussichtsplattform im 62. Stock sehen wir wie riesig Santiago wirklich ist.
Santiago hat uns insgesamt gut gefallen und hat auch einiges zu bieten. Den geplanten Ausflug zur nahegelegenen Hafenstadt Valparaiso (UNESCO-Weltkulturerbe) konnten wir aufgrund Erkrankung leider nicht durchführen. Wir werden aber nochmal nach Santiago kommen und versuchen, es dann nachzuholen.

