Trincomalee & Habarana: Tauchen, Safari und Tempel
Monique
6/30/2026


Nach den letzten Tagen im heißen Inland zieht es uns für eine Abkühlung an die Ostküste Sri Lankas nach Trincomalee. Genauer gesagt verbringen wir zunächst einige entspannte Tage am Nilaveli Beach und der macht seinem Ruf alle Ehre. Feiner heller Sand, Palmen, türkisfarbenes Wasser und eine angenehm entspannte Atmosphäre; eine Postkartenidylle.
Während Stephan nun Tage voller Entspannung vor sich hat, steht für mich vor allem eins auf dem Programm: Tauchen. Insgesamt vier Tauchgänge mache ich rund um Nilaveli Beach und sammele wieder ganz neue Eindrücke und Erfahrungen unter Wasser. Besonders freue ich mich über zahlreiche Kugelfische und sogar einen Tintenfisch, den ich noch nicht so oft gesehen habe. Wie er seine Farbe ändert, ist einfach unglaublich. Ein bisschen stolz bin ich darauf, dass mein Luftverbrauch inzwischen richtig gut geworden ist. Dadurch konnten wir als Tauchgruppe lange Tauchgänge machen und nicht wegen mir vorzeitig auftauchen.
Ein weiteres Highlight ist das Schnorcheln vor Pigeon Island. Die kleine Insel gehört zu einem der bekanntesten Meeresschutzgebiete Sri Lankas. Besonders eindrucksvoll ist allerdings der direkte Vergleich der beiden Riffseiten. Im Süden ist das Korallenriff durch den Tsunami von 2004 und die Folgen des Klimawandels völlig zerstört worden. Trotzdem begegnen mir zahlreiche bunte Fische und mehrere Meeresschildkröten. Auf der Nordseite zeigt sich dagegen ein noch weitgehend intaktes Korallenriff. Zwischen den Korallen entdecke ich sogar eine winzige schwarz-weiß gestreifte Muräne, die neugierig ihren Kopf aus ihrem Versteck streckt.
Für unseren zweiten Aufenthalt in Trincomalee ziehen wir in den Stadtteil Dutch Bay um. Nach den entspannten Tagen in unserem schönen Strandhotel mit gemütlichem Beachrestaurant ist unsere neue "Villa" zunächst eine kleine Ernüchterung. Noch ärgerlicher ist allerdings, dass eine Ohrentzündung sich ankündigt.
Anstatt also ein Schiffswrack und das Unterwassermuseum zu erkunden, geht es für uns am nächsten Morgen ins öffentliche Krankenhaus.
Falls man einmal erleben möchte, wie es sich anfühlt, im Mittelpunkt zu stehen, dann ist ein einheimisches Krankenhaus genau der richtige Ort. Es ist wahnsinnig voll und wir sind zunächst verloren, weil wir nicht wissen wo wir uns überhaupt anmelden können. Natürlich fallen wir auf wie bunte Hunde und bekommen überraschend schnell Hilfe. Während bei der Anmeldung die einheimischen Patient*innen warten müssen, werde ich direkt nach vorne gebeten. Ein schlechtes Gewissen habe ich trotzdem, denn zwei komplette Stuhlreihen schauen mir dabei freundlich lächelnd zu. Meine Anmeldenummer wird mir dann auf ein Stück Pappe notiert.
Vom Sicherheitspersonal werden wir anschließend in die HNO-Abteilung begleitet. Dort warten nur wenige Menschen vor mir. Währenddessen beobachten wir, wie sich mehrere Männer lautstark streiten und schließlich sogar aufeinander losgehen. Obwohl überall Sicherheitspersonal steht, greift niemand ein. Der Angegriffene filmt die Situation stattdessen mit seinem Smartphone.
Im Behandlungsraum läuft alles erstaunlich unkompliziert ab. Die wartenden Patien*tinnen sitzen in einer Reihe und rücken immer einen Platz weiter, sobald jemand aufgerufen wird. So kann ich beobachten, wie die anderen behandelt werden und die Nachfolgenden später wiederum meine Untersuchung verfolgen.
Die Ärztin spricht gutes Englisch. Dass sie das Untersuchungsgerät nicht desinfiziert und ihre Handtasche direkt neben den Instrumenten auf dem Schreibtisch steht, irritiert mich allerdings etwas. Da ich meine Ohrentzündungen inzwischen leider gut kenne, geht die Untersuchung schnell. Ich bekomme Rezepte für Ohrentropfen und Antibiotika. Letzteres kaufe ich zwar, nehme es aber zunächst nicht ein.
Stephan gönnt sich anschließend noch einen Haarschnitt für umgerechnet gerade einmal 2,61 Euro, während ich in der Apotheke shoppe.
Die nächsten Tage bestehen deshalb hauptsächlich aus Ausruhen. Die Schmerzen machen Ausflüge nahezu unmöglich und ans Tauchen ist ohnehin nicht zu denken. Wenn wir uns von unserem Strandplatz weg bewegen, dann für Essen oder Kaffee trinken. Und wenn uns zu warm wird, stehen wir im flachen Uferwasser und beobachten die Fischen um unseren Beinen herum und unterhalten uns.
























Mit einem Luxury-AirCondition-Bus fahren wir schließlich weiter nach Habarana. Für die knapp zweistündige Strecke erscheinen uns die rund 13 Euro zwar vergleichsweise teuer, dafür ist die Fahrt angenehm. "Teuer" war es übrigens nur deshalb, weil wir den Preis für die gesamte Strecke nach Colombo zahlen mussten.
Unser kleines Garden Resort in Habarana entschädigt sofort für alles. Die Gastgeberfamilie empfängt uns so herzlich, dass wir uns vom ersten Moment an willkommen fühlen. In den nächsten Tagen wird auch hier zum Frühstück fortgeführt, was wir bereits mehrfach erlebt haben: Unmengen an Essen, als wenn wir den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten würden.
Direkt um die Ecke befindet sich praktischerweise ein weiterer Arzt. Nach einer kurzen Abkühlung im Pool mache ich mich auf den Weg dorthin, da ich immer noch nichts hören kann. Die Arzthelferin muss den Doktor trotz Öffnungszeiten zunächst telefonisch in die Praxis bitten. Im Wartebereich mit vier Stühlen kann ich direkt auf die Straße schauen, denn die Tür bleibt offen stehen und Geckos laufen über dem Türrahmen entlang.
Schon bei der Untersuchung merke ich den Unterschied. Das Untersuchungsgerät wird frisch aus der Originalverpackung genommen und sorgfältig desinfiziert. Beim Blick ins Ohr entdeckt der Arzt nicht nur eine starke Entzündung, sondern sogar noch feinen Sand vom Tauchen. Anschließend beginnt er, mein Ohr mit einer Wasserspritze zu spülen.
Die nächsten fünf Minuten gehören definitiv zu den schmerzhaftesten Momenten unserer gesamten Reise. Immer wieder stößt die Spitze der Spritze gegen die entzündete Stelle. Autsch.
Am Ende empfiehlt er mir dringend, das Antibiotikum doch einzunehmen. Dazu verschreibt er andere Ohrentropfen und Schmerzmittel. Diesmal höre ich auf den Rat und tatsächlich geht es meinem Ohr innerhalb der nächsten vier Tage endlich deutlich besser.
Zum Glück kann ich eines der Highlights der Region trotzdem erleben: eine Safari im Minneriya-Nationalpark. Der Park gehört zu den besten Orten Sri Lankas, um freilebende Elefanten zu beobachten. Besonders während der Trockenzeit versammeln sich hier oft Hunderte Tiere an den Wasserstellen.
Unsere Erwartungen werden sogar noch übertroffen. Große Elefantenherden ziehen mit ihren Jungtieren über die Ebenen, trinken, spielen, rangeln miteinander oder laufen direkt neben unserem Jeep vorbei. Teilweise sind sie so nah, dass wir sie fast hätten berühren können. Doch natürlich bleiben unsere Hände sicher im Fahrzeug. Diese Begegnungen gehören ohne Zweifel mit zu den beeindruckendsten Tiererlebnissen unserer Reise.
Ein weiteres kulturelles Highlight ist der Dambulla Cave Temple. Die Höhlentempel gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergen über 150 Buddha-Statuen sowie beeindruckende Wandmalereien. Besonders die riesigen, liegenden Buddha-Figuren hinterlassen bei uns einen bleibenden Eindruck.
Eigentlich wollten wir zum Sonnenuntergang noch den Pidurangala Rock besteigen. Von dort hat man einen der schönsten Blicke auf den berühmten Sigiriya-Felsen. Kurz vor dem Gipfel endet unsere Wanderung jedoch unerwartet.
An einer engen Kletterstelle stauen sich über zwanzig Menschen, die hinunter möchten. Von unten drängen jedoch immer weitere Besucher nach. Erst als wir die Nachkommenden bitten, kurz zu warten, können einige Menschen absteigen. Doch die Geduld hält nicht lange bei den Wartenden und die kurzzeitige Rücksichtnahme ist verflogen. Selbst ein Guide drängt sich mit seiner Gruppe einfach vorbei.
Unsere Stimmung ist damit endgültig im Keller. Stephan macht seinem Frust kurz Luft und konfrontiert den Guide, der es eigentlich besser wissen sollte. Hilft natürlich nichts. Anstatt weiter anzustehen, drehen wir um und steigen wieder ab. Wir wollen aus Prinzip nicht ins gleiche "Hauptsache ich zuerst" verfallen wie die anderen Touristen hier. Dafür verpassen wir den Ausblick, der u.A. einer der Gründe war, warum wir überhaupt nach Habarana gekommen waren.
Unser Tuk-Tuk-Fahrer nimmt für die Rückfahrt eine kleine Straße durch den Wald. Dabei öffnet sich der Blick über weite Reisfelder und dahinter versinkt die Sonne langsam hinter den Bäumen. Nach dem eher frustrierenden Erlebnis ist dieser Rückweg ein kleiner Trost. Natürlich hinterfragen wir später bei einer Abkühlung im Pool, ob wir richtig gehandelt haben. Letztlich bereuen wir unsere Entscheidung aber nicht. Wir sind uns treu geblieben.























