Unsere letzten Tage in Japan: Zwischen Wäldern und Vulkanen

Monique

4/26/2026

Ich mag diese Zeilen eigentlich gar nicht schreiben, aber es muss sein. Nach über sechs Wochen ist dies unser letzter Blogartikel aus Japan.

Wir verlassen unser Herzensland, denn Japan ist auf dieser Reise etwas ganz Besonderes für uns. Es ist das erste Land, das wir bereits gemeinsam bereist haben; 2017 auf unserer Hochzeitsreise. Und es ist das Land, in dem wir auf dieser Weltreise mit über sechs Wochen vermutlich die längste Zeit verbringen werden.

Unsere letzte Woche hier ist bittersüß. Einerseits tauchen wir noch einmal in wunderschöne Landschaften ein, mit der Gewissheit, eines Tages zurückzukehren. Andererseits freuen wir uns auch auf die Weiterreise nach Südkorea und somit auf wärmere Temperaturen.

Mit einem superschnellen Tragflügelboot fliegen wir innerhalb von knapp zwei Stunden quasi übers Wasser: 160 Kilometer von Kagoshima zur UNESCO-Weltnaturerbeinsel Yakushima. Für die Rückfahrt ein paar Tage später entscheiden wir uns für die vierstündige Autofähre. Dort sitzen wir ganz traditionell auf Tatami-Matten. Sie ist nicht nur etwa halb so teuer, sondern bietet auch die perfekte Gelegenheit für ein entspanntes Nickerchen auf dem Boden.

Schon die An- und Abreise ist ein kleines organisatorisches Abenteuer. Tickets im Voraus zu kaufen, ist für Touristen nicht gerade einfach, da Webseiten und Informationen oft schwer zugänglich sind. Für das Tragflügelboot ruft schließlich jemand von der Hotelrezeption direkt am Ticketschalter an, um nach freien Plätzen zu fragen. Und auch den richtigen Bus vom Hafen zum Mietwagenverleih auf Yakushima zu finden, ist eher Glückssache. Zum Glück sind wir solche Situationen inzwischen gewohnt und lassen uns davon nicht mehr aus der Ruhe bringen.

Yakushima ist eine kleine Insel südlich von Kyūshū und liegt in einer der feuchtesten Klimazonen der Welt. Sie ist bekannt für ihre dichten, immergrünen Regenwälder und war Japans erste UNESCO-Weltnaturerbestätte. Hier wachsen uralte Zedernbäume, manche von ihnen bis zu 3.000 Jahre alt. Außerdem leben auf der Insel seltene Tierarten, die es nur hier gibt.

Unsere erste Wanderung führt uns ins Yakusugi Land und hinauf zum Tachu-dake. Schon auf dem Weg zum Startpunkt sehen wir zahlreiche Affen und sogar ein scheues Reh am Straßenrand. Die Wanderung beginnt bei bewölktem Himmel, doch je tiefer wir in den Wald eintauchen, desto dichter wird der Nebel. Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt immerhin für angenehm kühle Temperaturen beim Aufstieg. Die letzten Meter bis zum Gipfel schenken wir uns dann allerdings. Steine und Wurzeln sind extrem rutschig, und von einer Aussicht kann im dichten Nebel ohnehin keine Rede sein.

Für unsere zweite Wanderung geht es bei erneut schlechtem Wetter in einen märchenhaften Mooswald. Zum Glück halten Regenjacken und Wanderschuhe dicht, denn es regnet ununterbrochen. Dank des dichten Blätterdachs erreicht uns zwar nicht jeder Tropfen direkt, trocken bleibt man hier aber trotzdem nicht. Auch dieser Weg ist geprägt von Wurzeln, Steinen und unzähligen Ästen. Am Ende des Tages spüren wir die Anstrengung deutlich. Da es auch bis zum nächsten Morgen weiterregnet, machen wir es uns nach der Wanderung in unserer kleinen Hütte besonders gemütlich.

Bevor wir Yakushima wieder verlassen, fahren wir noch zum Senpiro-Wasserfall. Mit einer Fallhöhe von 60 Metern stürzt er in eine Schlucht, umgeben von dicht bewachsenen Bergen. Ein wunderbarer letzter Blick auf diese besondere Insel.

Zurück in Kagoshima gönnen wir uns zum Abschluss ein Hotel mit Themenzimmer. Da wir uns für das Shinkansen-Zimmer entschieden haben, schlafen wir die letzten Tage in Japan quasi zwischen Zügen.

Von unseren drei Tagen in Kagoshima sind für zwei Regen angekündigt und diesmal trifft die Vorhersage tatsächlich zu. Den einzigen sonnigen Tag nutzen wir deshalb für einen Ausflug nach Sakurajima. Mit der Fähre setzen wir zur Halbinsel über, auf der sich der gleichnamige und äußerst aktive Vulkan befindet.

Zunächst spazieren wir am Ufer entlang. Etwas, das wir in Japan bisher nur selten machen konnten, da Uferpromenaden hier eher ungewöhnlich sind. Weil wir fast die einzigen Menschen auf dem Weg sind, begegnet uns sogar ganz entspannt ein Waschbär. Anschließend steigen wir in den Sightseeing-Bus. Besonders von einem Aussichtspunkt aus kommen wir dem Vulkan beeindruckend nah. Wir beobachten, wie er weißen Dampf in den Himmel steigen lässt, und freuen uns, bereits den zweiten aktiven Vulkan dieser Reise zu sehen.

Doch dann passiert etwas ganz Besonderes: Auf der Rückfahrt mit der Fähre bricht der Vulkan tatsächlich aus. Dunkler Rauch und Asche steigen in den Himmel, die Aschewolke wird immer größer und legt später sogar einen feinen grauen Schleier über Kagoshima. Für uns ist das ein echtes Highlight und ein unvergesslicher Moment.

Die Regentage nutzen wir pragmatisch und schicken drei Pakete nach Köln. Allein die Vorbereitung dauert Stunden und trotz aller Mühe schleichen sich noch Fehler ein. In der Postfiliale braucht es zeitweise gleich drei Mitarbeitende, um unsere Sendungen auf den Weg zu bringen. Auch gehen wir noch in eine Spielhalle und versuchen unser Glück an den Automaten und fahren Autorennen.

An unserem letzten Abend in Japan genießen wir noch einmal ein besonderes Essen: Shabu-Shabu. Bei diesem japanischen Feuertopf garen hauchdünne Fleischscheiben und frisches Gemüse direkt am Tisch in einer heißen Brühe. Dazu trinken wir Sake aus der Region und stoßen auf unsere gemeinsame Zeit in Japan an.

Ein wenig Sorge hatten wir im Vorfeld schon, dass Japan uns beim zweiten Mal vielleicht nicht mehr so begeistern könnte wie 2017. Zum Glück hat sich das nicht bestätigt.

Japan hat seinen Zauber für uns behalten. Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus Tradition und Moderne, aus Ruhe und Lebendigkeit, aus Herzlichkeit und Zurückhaltung, die uns immer wieder fasziniert. Es ist schwer, dieses Gefühl in Worte zu fassen. Aber eines wissen wir sicher: Wir haben uns hier erneut unglaublich wohlgefühlt und jede Minute genossen.