Unsere Tage im Fuji-Hakone-Izu Nationalpark
Monique
3/24/2026
Nach acht intensiven Tagen verlassen wir Tokio und machen uns auf den Weg in Richtung Natur. Statt bequem mit dem Schnellzug zu reisen, entscheiden wir uns bewusst für die langsamere Variante mit Regionalbahnen. Mehrfaches Umsteigen gehört dazu, doch genau das macht den Weg schon zum Ziel. Unser Ziel ist Gora im Fuji-Hakone-Izu Nationalpark, eine Region, die nicht nur bei internationalen Reisenden, sondern vor allem auch bei japanischen Urlaubern sehr beliebt ist. Entsprechend sind Unterkünfte gefragt, und so landen wir in einem kleinen Hostel mit ganz traditionellem Zimmer: Tatami-Matten auf dem Boden und ein Futon, den wir abends selbst ausrollen.
Nach der Ankunft zieht es uns erst einmal zum Gyoza-Essen, bevor wir durch den Gora Park spazieren. Die gepflegte Gartenanlage mit ihren Gewächshäusern und Blicken auf die umliegenden Berge bietet einen entspannten Einstieg in die Region.
Am nächsten Tag geht es dann hoch hinaus: Mit der Seilbahn schweben wir Richtung Owakudani. Wir reisen durch die Wolken, erst grau und dicht, dann plötzlich Sonne und Weitblick.
Oben angekommen stehen wir mitten in einer aktiven Vulkanlandschaft. Dampf steigt aus der Erde, der Geruch von Schwefel liegt in der Luft, und überall blubbert und zischt es. Owakudani entstand vor rund 3.000 Jahren nach einem Vulkanausbruch. Neben der Landschaft gibt es die berühmten schwarzen Eier, die hier alle probieren. In den heißen Schwefelquellen gekocht, färbt sich die Schale schwarz. Ein Ei soll sieben Jahre zusätzliche Lebenszeit bringen. Wir gehen auf Nummer sicher und essen direkt jeder zwei.
Mit der Seilbahn fahren wir weiter, steigen unterwegs aus und laufen den restlichen Weg bis zum Ashi-See. Dort erwartet uns bereits eine lange Schlange für die Bootsfahrt. Kurzerhand entscheiden wir uns für ein Upgrade und steigen in die erste Klasse eines der bekannten Piratenschiffe. Die zusätzliche Investition lohnt sich: Statt uns anstellen zu müssen, gehen wir entspannt Mittagessen und genießen dann die Überfahrt über den See mit Blick auf die umliegenden Berge. Überall sind Wolken und verstecken den Fuji.
Am anderen Ufer angekommen spazieren wir zum Hakone-Schrein, dessen rotes Torii direkt am Wasser eines der bekanntesten Fotomotive der Region ist. Statt uns in die Schlange für das perfekte Bild einzureihen, entscheiden wir uns für den ruhigeren Weg und laufen weiter durch den Wald. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir ein kleines Café mitten im Grünen. Am Ende des Wegs hängt dann noch ein kleines Warnschild vor Bären und wie man sich zu verhalten hat; nur auf japanisch. Dort probiere ich Amasake, ein traditionelles Getränk aus fermentiertem Reis, das in Japan als gesund und nährstoffreich gilt. Geschmacklich lecker, ist die Konsistenz jedoch nicht meins. Dafür schmecken die süßen Klebereiskuchen mit Sesam umso besser, und auch der warme Gerstentee wird langsam zu einer leckeren Begleitung.
Die Abende in Gora verbringen wir ruhig. Der Ort wirkt fast verschlafen, vor allem bei den noch kühlen Temperaturen. Eingekuschelt in unsere Futons lassen wir die Tage entspannt ausklingen.





















Unsere Weiterreise führt uns nach Fujinomiya. Wieder wählen wir bewusst eine umständlichere Route mit mehreren Umstiegen, in der Hoffnung, unterwegs einen Blick auf den Fuji zu erhaschen. Doch der berühmte Berg zeigt sich nicht und bleibt hartnäckig hinter Wolken verborgen.
In Fujinomiya übernachten wir in einem Cabin Hotel, in dem jeder seinen eigenen kleinen Schlafbereich hat, etwa drei Quadratmeter groß, mit Vorhang für Privatsphäre. Da das Hotel ausgebucht ist, schlafen wir auf unterschiedlichen Etagen. Die Waschräume sind makellos sauber und bieten überraschend viele Annehmlichkeiten.
Nach leckerem Kaffee und Matcha-Kuchen führt unser erster Weg uns zum Fuji-san Hongu Sengen Taisha Shrine, einem der wichtigsten Schreine zur Verehrung des Fuji. Und dann passiert es: Auf dem Rückweg zeigt sich der Berg plötzlich in voller Pracht. Was für ein Moment! Am Abend kehre ich noch einmal allein zum Schrein zurück und genieße die besondere, ruhige Stimmung.
Am nächsten Morgen dann endlich: strahlender Sonnenschein und ein klarer Blick auf den Fuji. Nach einem kleinen Frühstück bestehend aus Milchkaffee und Baumkuchen starten wir zu einer geführten Bustour zu den Sehenswürdigkeiten der Region. Diese führt uns zu weiteren Schreinen wie dem Yamamiya Sengen Jinja und dem Murayama Sengen-jinja Shrine, wo buddhistische und shintoistische Elemente direkt nebeneinander existieren. Dies ist ein schönes Beispiel für die religiöse Vielfalt Japans. Unser Guide war bereits über 40 Mal auf dem Fuji.
Zu den Wasserfällen Otodome Falls und Shiraito Falls fahren wir auch, die mit ihrer Kulisse und dem Blick auf den Fuji besonders beeindruckend sind und zum Weltkulturerbe gehören. Am See Takuni machen wir auch einen Stopp und sehen den Berg in voller Pracht.
Ein weiterer Stopp führt uns zu den Hitoana Fuji-ko Iseki, wo über 200 Steinmonumente an eine religiöse Bewegung erinnern, die den Fuji als heiligen Ort verehrt. Besonders in Erinnerung bleibt uns hier ein 80-jähriger Guide, der sich hier ehrenamtlich engagiert und erst vor 15 Jahren begonnen hat, Englisch zu lernen. Eine Begegnung, die uns beeindruckt und inspiriert. Überhaupt fällt uns auf wie viele Renter:innen sich hier ehrenamtlich betätigen. Für Japaner scheint es selbstverstänlich zu sein, sich auch in hohem Alter noch zu engagieren.
Zum Abschluss besuchen wir noch eine kleine Farm mit Tiere,n sowie eine Sake-Brauerei, bevor wir ein letztes Mal am Schrein mit den blühenden Kirschbäumen vorbeischauen.
Mit vielen Eindrücken im Gepäck geht es weiter Richtung Gifu. Vier Umstiege liegen vor uns, darunter auch eine Fahrt mit dem Shinkansen. Mit einer Bentobox in der Hand sitzen wir im Zug, schauen aus dem Fenster und genießen die ruhige Fahrt.




































