Unterwegs in Gifu & Takayama

Monique

3/29/2026

Wir machen wir uns mit verschiedenen Umstiegen, u.a. in den Shinkansen auf den Weg nach Gifu. Die Strecke führt uns einmal mehr durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an kleinen Orten und Bergen am Horizont. Am Abend kehren wir in ein kleines, gemütliches Lokal ein und probieren uns durch die Speisekarte: u.A. ein Omelette mit Aal und dazu Oktopus. Lecker! Zurück im Hotel wartet noch ein kleines Highlight auf uns: Unser Zimmer hat tatsächlich eine eigene Sauna. Nachdem wir unten an der Bar noch ein kostenloses Getränk genießen und eine Runde Karten spielen, lasse ich den Tag entspannt in der Sauna ausklingen. Stephan ist ein wenig angeschlagen und hält sich fern.

Der nächste Morgen begrüßt uns mit echtem Frühlingswetter. Die Sonne scheint, also perfekte Bedingungen, um Gifu zu erkunden. Unser erster Stopp mit der Seilbahn ist das Squirrel Village, ein kleiner Park, in dem sich zahlreiche Eichhörnchen frei bewegen und Dank des Futters auf die Besucher zukommen. Danach geht es zum Gifu Castle, das auf dem Mount Kinka thront. Ursprünglich im 16. Jahrhundert erbaut, diente es einst einem berühmten Feldherrn als strategischer Stützpunkt. Wir haben einen tollen Ausblick über die Stadt und den Nagara-Fluss. Hinunter nehmen wir den Umanose Trail, der ein sehr schmaler und steiler Wanderweg ist.

Unten angekommen schlendern wir durch den Gifu Park, vorbei an einem Schrein, in dessen Garten ein Baum in voller Kirschblüte steht. Entlang des Flusses geht es weiter Richtung Altstadt, wo wir durch kleine Gassen laufen.

Ich spaziere noch weiter zum sogenannten „Secret Buddha“, einer eher versteckte Statue. Die Statue gehört mit fast 14m zu einem der dreigrößten in Japan und besteht aus einem Gingkobaum.

Am Abend gehe ich in ein klassisches Onsen in unserem Stadtteil. Im Onsen sind Frauen und Männer getrennt, was damit zu tun hat, dass alle nackt sind. Zunächst sitzt man auf einem kleinen Hocker und wäscht sich minutenlang. Erst wenn man wirklich gereinigt ist, steigt man ins heiße Wasser, meist so um die 40 Grad. Danach wird sich wieder ausführlich gewaschen.

Onsen sind ein zentraler Ort für Entspannung, körperliche und spirituelle Reinigung sowie soziale Interaktion.

Mit dem Begriff "hadaka no tsukiai", die nackte Geselligkeit steht für den Abbau von Hierarchien und fördert Offenheit und das Gemeinschaftsgefühl.

Von Gifu geht es mit dem Bus weiter nach Takayama. Umgeben von Bergen, darunter einige der über 3.000 Meter hohen Gipfel der Japanischen Alpen, sehen wir ein tolles Panorama bei Sonnenschein. Die Altstadt von Takayama ist bekannt für ihre gut erhaltenen Holzhäuser aus der Edo-Zeit. Gleichzeitig sind wir überrascht, denn Takayama ist kein Geheimtipp. Viele Reisegruppen sind unterwegs, was die Atmosphäre deutlich unruhiger macht.

Trotzdem genießen wir die Zeit hier sehr. Wir laufen durch die Altstadt, besuchen Tempel und Schreine und lassen uns treiben. Bei einem Spaziergang durch die vieleln Tempel und Schreine sehen wir sogar 3 Bären im Wald. Bei einem Bowlingabend, schaffe ich sogar vier Strikes in einer Runde. Auch Stephan spielt das Spiel seines Lebens und gewinnt schließlich doch.

Ein weiterer Ausflug führt uns in eine Kalksteinhöhle nach Hida, in der bizarre Felsformationen über Jahrtausende entstanden sind. Interessant sind hier jedoch eher die Wegführung und Lichtinstallationen zwischen den Steinen. Auch das Takayama Matsuri Yatai Kaikan besuchen wir, in dem die aufwendig gestalteten Festwagen des berühmten Takayama-Festivals ausgestellt sind. Dieses Festival gehört zu den schönsten in Japan und ist sogar Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes.

Im Regen von Takayama geht es in Retro-Musem. Hier sind viele Dinge der Vergangenheit aus Japan ausgestellt. Jedoch eher auf lustige Art und Weise. Was besonders auffällt: alles ist zum Anfassen und Ausprobieren dar. Am Abend geht es noch einmal ins Onsen für mich. Diesmal mit Blick in den Nachthimmel, da das Onsen in einem Hotel liegt.

Unsere Weiterfahrt bringt uns schließlich nach Shirakawa-go, UNESCO-Weltkulturerbe, das für seine traditionellen Gasshō-Zukuri-Häuser bekannt ist. Die steilen Strohdächer dieser Häuser sind so konstruiert, dass sie selbst schweren Schneemassen standhalten. Besonders beeindruckend ist das Freilichtmuseum, das uns einen guten Einblick in das frühere Leben in dieser abgelegenen Region gibt. Wir können uns gut vorstellen, wie schön dieser Ort zu anderen Jahreszeiten wirkt, wie im satten Grün des Sommers, in den Farben des Herbstes oder tief verschneit im Winter. Einziger Minuspunkt hier, wie auch schon an manch anderen Orten, sind die Touristenmassen. Das kannten wir so von Japan nicht, auch wenn es darüber schon genügend Berichte gibt. Zumindest von Tokio und Kyoto liest man viel über den Overtourism. Aber hier? Das überrascht uns dann doch. Kulinarisch lassen wir uns von der Werbung eines Standes zu "Surprisingly large chicken" hinreißen und genießen ein Schnitzel auf die Hand.

Mit vielen neuen Eindrücken reisen wir weiter und erreichen schließlich Kanazawa.