Verliebt in Isla Isabela

Monique

8/17/2025

Nach einer 2-stündigen Überfahrt mit der Fähre sind wir auf Isla Isabela angekommen.
Die Insel wurde erstmals 1912 besiedelt und es leben 3000 Menschen hier. Die meisten davon in Puerto Villamil, wo auch wir unser Hostal haben. Mit Blick aus dem Fenster können wir die Kirche, den Dorfplatz und -mit Augen zukneifen- das Meer sehen. Was es an jeder Ecke gibt, sind Palmen. Im Ort gibt es fast keine geteerte Straßen, sondern diese sind überwiegend mit Sand bedeckt. Eine Ampel gibt es nicht.
Isla Isabella hat mich sofort mit einem entspannten "Zurücklehnen-Insel-Modus" eingefangen. Der entspannte Vibe der Insel ist überall zu spüren.

Wir haben unseren ersten Tag hier ruhig angehen lassen und waren noch frühstücken und sind dann später zum Strand für einen langen Spaziergang.
Am Strand habe ich mir die Zeit genommen und mich still in den Sand gesetzt, um Krabben zu fotografieren. Herrlich, wofür ich hier Zeit habe.
Anschließend sind wir noch durch den Ort gelaufen, was nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt, und haben Flamingos beobachtet.
Gegen Abend war dann vor der Kirche ein Blasorchester zu hören. Dieses hat vor einer Marien-Figur und den Männern der Marine, die schön in Paradeuniform da standen, musiziert. Nachdem eine Weile gespielt worden war, ist das Orchester, die Soldaten und einige Einwohner um den Dorfplatz herum zum Strand und dann zur Kaserne gegangen. Das Spannende beim Zuschauen war die fröhliche Musik, die das Orchester mit viel Freude gespielt hat.
Den Abend haben wir dann in einer Strandbar bei einem Cocktail ausklingen lassen. Auf dem Weg dorthin habe ich noch zwei Meteore gesehen, die wie eine Feuerkugel in der Atmosphäre verbrannt sind.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 6:20 Uhr für eine Tour. Kaum wach hörte ich im Garten gegenüber wieder das Blasorchester. Ein Geburtstagsständchen ist gespielt worden.

Wir sind dann mit einem alten, klapprigen Holzbus und vielen weiteren Touristen hoch zum Vulkan Sierra Negra. Entgegen der Info, die uns bei Buchung gegeben wurde, dass wir maximal 16 Personen sein werden, sind quasi fast alle in einer Gruppe gelaufen. Zirka 45 Touristen auf 2 Guides. Dabei natürlich Touristen aus aller Welt mit unterschiedlichem Ausrüstungslevel. Von der Familie aus München, perfekt ausgerüstet mit einem Rucksack voll bis auf den letzten Zentimeter bis zur Familie aus China in Jeans und weißer Bluse, die sich bei Sonne pur eine kleine Wasserflasche teilte.
Auch wenn die Gruppengröße nicht passend war, haben wir uns unsere Lücke gesucht und es wurde ein toller Ausflug. Der insgesamt 16km lange Wanderweg lag die ganze Zeit in der Sonne, da musste man sich gut schützen. Die Sonne ist hier unwahrscheinlich intensiv.
Zunächst sind wir zu einer Caldera (kesselförmige Vertiefung der Erdoberfläche) gelaufen. Mit einem Durchmesser von 10km ist diese die größte der Galapagosinseln. Der Boden ist vollständig von Lava bedeckt. An einer Seite des Randes haben sich die Wolken über den Kraterrand in die Caldera herabstürzen lassen. Der Ausblick über dieses großes Areal war klasse. Und bei genauerem Hinschauen haben wir Spalten im Boden entdeckt, durch die die Lava hochgekommen war.

Wir sind dann weiter über viel Lava gewandert bis zum Vulkan Chico. Von da aus hatten wir einen tollen Blick über den nördlichen Teil der Insel, welcher nicht betreten werden darf. Eine Wanderung über Lava bringt auch eine sich ständig wechselnde Vegetation mich sich. An jeder Ecke gab es was Neues zu entdecken. Unser Guide hat auch erzählt, dass der Tourismus auf Isla Isabela erst 2005 mit dem Ausbruch des Sierra Negra wirklich begann. Daher ist hier alles ruhiger und beschaulicher als in Puerto Ayora.

Nach der Wanderung sind wir zur Lagune Concha de Perla mit einem Schnorchelset und der Actioncam. In der Lagune gab es neben anderen Gästen einen sehr verspielten Seelöwen, der seinen Spaß im Wasser hatte. Beim Schnorcheln habe ich neben diversen Fischen auch noch einen Rochen und eine Schildkröte entdeckt.
Da die Lagune keine Liegemöglichkeiten hatte, sind wir noch zum Strand am Pier. Da waren dann nochmals mehr Seelöwen. Wir konnten beobachten, wie ein Seelöwen-Junges von einer Gruppe, der es sich anschließen wollte, immer wieder verscheucht und angebellt wurde. Es schien uns so, dass das Junge den Anschluss zu seiner Familie verloren hat.

Eine wichtige Verbindung in der Gemeinschaft von Isla Isabela ist die Religion. Daher konnten wir wieder die Blaskappelle vor der Kirche antreffen, die mit Up-Beat-Liedern den Dorfplatz zum Beben gebracht hat. Den Großteil des Auftritts konnte ich von unserer Dusche aus mitanhören.
Auch diesmal ist die Marien-Figur auf Wanderschaft gegangen. Ziel unbekannt. Kaum war die Figur aus Sichtweite, wurde eine Soundbox angestellt und eine Gruppe von Frauen und Jungs/Teenagern fingen an, einen Tanz zu traininieren. Es folgten dann noch zwei weitere Frauentanzgruppen, die immer wieder ihre Choreographien einübten. Wie wir herausgefunden haben, dauern die Maria Himmelfahrt-Feierlichkeiten bis Sonntag, an dem die Tänze dann vor der Kirche aufgeführt werden. Da wir an dem Tag nach San Cristóbal weiterreisen, werden wir die Auftritte nicht sehen können.

Für den nächsten Tag haben wir einen entspannten Start eingeplant. Dazu passend hat es am Morgen geregnet. Als dann die Sonne wieder da war, haben wir uns auf dem Weg zum Muro de las Lágrimas - Wall of Tears gemacht. Zunächst sind wir dafür den gesamten Strand bis zum Ende gelaufen.
Dabei hat Stephan eine Baby-Meeresschildkröte im Sand entdeckt. Und die gehört eigentlich ins Meer. Stephan hat sie dann zusammen mit Sand Richtung Wasser getragen und dort wieder ausgesetzt. Dabei ist aufgefallen, dass sie ein wenig im Kreis schwimmt.
Der Weg zum Ziel durch den Nationalpark war super abwechslungsreich. Wir haben einen verwunschenen Mangrovenwald entdeckt, sind an schwarzen Iguanas vorbeigelaufen, haben ganz viele bunte, windige Eidechsen gesehen und viele Vögel. Und natürlich: Schildkröten. Mal direkt auf dem Weg oder am Wegesrand oder in den Büschen. Die Schildkröten zu beobachten macht so viel Spaß und dabei kann man gerne die Zeit vergessen.
Auf der Insel gibt es 7 Vulkane und jeder ist Heimat einer spezifischen Schildkrötenart, die sich der Region des Vulkans angepasst hat. Auf dieser Wanderung kann man die Schildkröten der Sierra Negra antreffen.

Neben der "Wall of Tears" - einer Gedenkstätte für eine Haftanstalt aus den 50er Jahren, sind wir noch an zwei Aussichtspunkten hoch, die uns einen wunderbaren Blick über den südlichen Teil der Insel gegeben haben.

Das Hochland ist überzogen mit Wolken und viel Regen. Gut für die Landwirtschaft, u.a. Bananen und Kaffee. Der Blick Richtung Meer auf die umliegenden Inseln wirkt da schon sommerlicher.

Auf dem Rückweg unserer 14km langen Wanderung sind wir wieder am Strand entlang gelaufen. Dabei habe ich direkt vor uns einen Rochen entdeckt, der im flachen Wasser schwamm.
Leider haben wir auch die kleine Baby-Meeresschildkröte wieder angetroffen. Stephan hat sie nun diesmal noch weiter draußen im Wasser ausgesetzt. Jedoch zeigte sich ihr im-Kreis-Schwimmen immer stärker, so dass wir davon ausgehen, dass sie irgendwann dann wieder am Strand landen wird. Sehr traurig, aber nur 1 von 1000 Baby-Meeresschildkröten schafft es ins Erwachsenenalter. Wir wünschen ihr viel Glück.

Zum Abendessen wurde es dann widersprüchlich. Erst haben wir versucht die Baby-Meeresschildkröte zu retten und dann haben wir uns eine Languste gegönnt. Die Langusten werden von örtlichen Fischern vor der Küste gefangen und dann direkt vor Ort an die Restaurants verkauft. Bei einer so regionalen und bio-Variante war die Versuchung zu groß und wir haben es uns schmecken lassen.
Sowieso gibt es auf den Inseln jeden Tag Fisch zu essen, da dieser fangfrisch jeden Tag geangelt wird. Auch das Obst, wie Mandarinen, Papaya und Bananen werden vor Ort angebaut.

Da die Zeiten hier anders ticken, spielt auch die Blaskapelle anders. Noch bis kurz vor 23 Uhr haben sie gegenüber im Garten musiziert, während ich die letzten Tage zusammengefasst habe.

Unseren letzten Tag auf Isa Isabela verbringen mit der Los Tunneles Tour. Bisher die teuerste Tour, die wir gebucht haben. Demnach waren unsere Erwartungen gesteckt.

Mit dem Boot und 10 weiteren Gästen ging es vor der Küste Richtung Westen zu Lavasteinformationen, die aufgrund ihrer brückenartigen Erscheinung "Los Tunneles" genannt werden. Die Hinfahrt war rau und bumpy; Wellen spritzten links und rechts hoch. Das einzig Schöne während der Fahrt war die Aussicht auf so einige schwarze Finnen von Galapagoshaien. Auf einem Steinfelsen im Meer, den wir ein paar mal umrundeten, saßen Nazca-Tölpel. Da sie keine blauen oder roten Füße haben, sind sie weniger bekannt. Angekommen bei den Brücken schipperten wir durch glasklares grün/blaues Wasser. Nach einem kurzen Mittagessen an Bord, sind wir zunächst über das Lavagestein gelaufen. Neben vielen Kakteen gab es auch zwei Nester von Blaufußtöpeln zu sehen. Beide ließen sich durch uns Menschen keineswegs stören und haben Acht auf ihre Eier gegeben. Die blauen Füße, die durch das Essen von Schrimps entstehen, sind ein echtes Farbenspiel. Die Nester bestehen aus einem großen runden Kreis aus Tölpel-Pupu und einigen Ästen, die dekorativ von den Männchen verteilt werden. Der Nachwuchs wird im übrigen zu gleichen Teilen von den Eltern versorgt. Da kann sich so mancher noch ein Beispiel nehmen!

Anschließend sind wir mit dem Boot 10 Minuten weitergefahren und dann ging es ab in die Schwimmsuits und Schnorchelsets und endlich ins Wasser. Zum Glück lässt es sich unter Wasser schlecht weinen, denn mir war vor Freude danach. Wir haben einige Schildkröten gesehen, denen wir beim Fressen zuschauen konnten. Auch ergab sich die Gelegenheit, länger mit einer Schildkröte mitzuschwimmen. Den Moment, wie sie dann kurz über die Wasseröberfläche gehen, um zu atmen, empfand ich als magisch.

In einer Unterwasserhöhle hat unser Guide dann Schwarzspitzen-Riffhaie entdeckt, die sich da wohl ausruhen und schlafen. Mein erster Blick auf die Gruppe Haie hat mich umgehauen. Wenige Meter vor einem schwimmen und liegen sie in dieser Höhle und man schaut sich in die Augen. Zum Glück haben wir unsere Action-Kamera dabei, mit der wir diese Eindrücke dann auch festhalten konnten. Ein Papageifisch hat mich dann auch so in seinen Bann gezogen und ich bin ihm weitergefolgt, so dass ich sogar die Gruppe verloren habe. Stephan hat mich netterweise zur Gruppe zurückgeholt. ;-)

Auch hatten wir das Glück, ein Seepferdchen in einem Mangrovenhain sehen zu können. Festgekrallt mit dem Schwanz war es an den Wurzeln verankert. Im gleichen Bereich hatten wir dann noch das Vergnügen auf mehrere Schwarzspitzen-Riffhaie zu treffen. Stephan und ich konnten sogar mit den Haien schwimmen. Atemberaubend! All diese Tiere aus der Nähe beobachten zu können und wie sie sich nicht für die Menschen interessieren, war jeden Cent der Tour wert.

Den letzten Abend auf Isla Isabela haben wir in unserem Lieblingsrestaurant mit einem Menu del Dia (Suppe, Hauptgericht und Saft) für 6$ pro Person ausklingen lassen. Nach einem kurzen Spaziergang am Strand, wollten wir zeitig schlafen, denn der Wecker klingelte um 4:35 Uhr. Da Maria Himmelfahrt auf Isla Isabela "ein wenig" größer gefeiert wird und wir ja quasi am Dorfplatz unser Hostal hatten, hatten wir das Vergnügen von ecuadorianischer Musik bis 0:45 Uhr beschallt zu werden. Stephan konnte Dank Ohropax gut schlafen. Ich lag bis zum Ende der Party wach und habe der Musik gelauscht.