Zwischen australischem Hinterland und Küste: Wandern, Weite und Wellen
Monique
1/31/2026


Zum Australia Day machen wir zunächst einen Stopp im kleinen Ort Uralla, mitten im grünen Hinterland von New South Wales. Es ist ruhig, ja sogar fast verschlafen. Im Park feiern wird gefeiert und die Bürgermeisterin verleiht Urkunden an Menschen für ihr ehrenamtliches Engagement. Bei Kaffee und Kuchen schauen wir dem Treiben entspannt zu.
In der Nähe von Armidale halten wir an einem Staudamm, an dem ebenfalls Feierlichkeiten stattfinden. Es gibt kostenlose Getränke und Eis und viele gehen natürlich baden. Wir haben leider nicht mitgedacht und beim Wort Staudamm nicht an Badezeug gedacht. So sitzen wir im Schatten und schauen den anderen zu. Abends gehen wir noch Burger essen und einige feiern hier weiter und Bier fließt reichlich. Es schmeckt aber auch echt süffig. Für uns geht's Mal wieder in Kino und tatsächlich sind wir zumindest zu viert in der Vorstellung.
Weiter geht es in den Oxley Rivers Nationalpark, der zu den größten Schutzgebieten des Bundesstaates gehört. Tiefe Schluchten, weite Ausblicke und gut ausgebaute Wanderwege machen den Park zu einem idealen Ort, um die Weite Australiens zu begreifen. Wir sehen Wallabys und hoffen, in einem Bereich, wo es Dingos gibt, dass wir davon keinen sehen. Diese ganzen verschiedenen Tiere, sind schon ein Stück weit einschüchternd beim Wandern.
In Tenterfield legen wir einen entspannten Stopp ein und verbringen Zeit im Schwimmbad. Ich schwimme 1.340 Meter am Stück. Es ist toll sich für sowas die Zeit nehmen zu können, denn das ist etwas, das ich seit Jahren nicht mehr gemacht habe, und es fühlt sich überraschend gut an. Unser Motel hat diesmal sogar Waschmaschine und Trockner, ein Luxus, den wir gerne mitnehmen. Wir besuchen das Railway Museum, das an die Zeit erinnert, als die Eisenbahn das Rückgrat der regionalen Entwicklung war und Orte wie Tenterfield miteinander verband. Kleine Orte wie Tenterfield und Armidale zu besuchen, macht uns unheimlich viel Spaß, weil wir viel vom örtlichen Leben mitbekommen und gleichzeitig von Natur umgeben sind.
Ein absolutes Highlight ist die Wanderung im Bald Rock Nationalpark. Der Bungoona Walk führt durch eine beeindruckende Landschaft. Schon auf dem Weg dorthin hüpfen Wallabys über die Straße, als wollten sie uns willkommen heißen. Die Aussichten sind spektakulär: ringsum Wälder, am Horizont weitere Bergketten, dazwischen nichts als Weite. Obwohl wir durch viele Eukalyptuswälder wandern, lassen sich keine Koalas blicken. Dafür entdecken wir leuchtend rot-blaue Vögel und flinke Echsen, die über die Felsen huschen.
Irgendwann verändert sich die Landschaft spürbar. Die Fahrt vom Hinterland zurück an die Küste bringt direkt einen anderen Vibe mit sich. In Byron Bay spazieren wir den Lighthouse Walk entlang der Klippen und sehen Delfine im Wasser schwimmen. Auch am Fingal Head Lighthouse sehen wir einige Delfine im Wasser entlang schwimmen. Ein Abstecher an den Dream Beach mit feinem, hellem Sand fühlt sich genau so an, wie der Name verspricht. Wie kann Sand bitte nur so fein sein?!
Am Burleigh Head stehen wir schließlich am östlichsten Punkt des australischen Festlands und schauen hinaus auf den Pazifik.
Wir bleiben über Nacht in Mermaid Waters. Der Ort ist sehr interessant, da er durchzogen ist von Kanälen und unser Hotel somit auf einer kleinen Insel liegt. Am Abend landen wir beim Minigolf. Überraschenderweise gewinne ich und dies ist das erste Mal in unserer Beziehung! Ein historischer Moment, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. Was mir auch in Erinnerung bleiben wird, ist wie ekelhaft "Vegemite" schmeckt, welcher ein Aufstrich ist, der ein stark konzentrierter salzig-würziger Hefeextrakt ist. Das Zeug ist hier extrem bliebt und gilt als Geschmack des Landes.
Am nächsten Tag tauchen wir wieder in den Regenwald ein, diesmal im Springbrook Nationalpark. Der Twin Falls Circuit führt durch dichten, feuchten Wald, vorbei an Farnen und Wasserfällen. Auf dem Purling Brook Falls Circuit sind wir deutlich schneller unterwegs als angegeben, denn die Zeitangaben hier sind sehr großzügig bemessen. Vor und nach der Wanderung müssen wir unsere Schuhe reinigen, um keine fremden Samen oder Erde in andere Waldgebiete einzuschleppen. Ein kleiner Handgriff, der zeigt, wie ernst Naturschutz hier genommen wird. Am Rastplatz sehen wir ganz viele Pademelons, was Kängurus in ganz klein sind. Danach geht es noch an den Strand: erst kühler Schatten im Wald, dann Sand und Wasser zwischen den Zehen. Es ist eine Kombination, die kaum zu toppen ist. Abends spielen wir erneut Minigolf, in der Hoffnung meinen Erfolg vom Vorabend zu wiederholen.
Der Ort Surfers Paradise macht seinem Namen alle Ehre. Die Zahl der Surfer ist hoch, die der oben ohne laufenden Männer ebenfalls. Hochhäuser, Strand und Sonne bringen eine interessante Stimmung zusammen.
Danach zieht es uns noch in den Glass House Mountains Nationalpark, wo wir auf den Mount Ngungun wandern. Auch hier müssen wir an Geräten wieder unsere Schuhe zum Schutz des Waldes reinigen. Vom Gipfel aus blicken wir über eine markante Vulkanlandschaft, deren einzelne Berge wie zufällig aus der Ebene wachsen.
Nun sind wir in so vielen Wäldern gewandert und haben viele interessante Tiere und Pflanzen entdeckt. Jedoch haben wir immer noch keine Koalas gesehen, obwohl es am Straßenrand immer wieder Schilder gibt, die einem zum Langsamfahren in "Koala-Regionen" auffordert. Wahrscheinlich hängt die Nicht-Sichtung damit zusammmen, dass Koalas sehr unter viele Krankheiten leiden und in freier Natur in den beiden Bundesstaaten wo wir unterwegs sind sehr zurück gegangen sind. Daher leben viele Koalas in Schutzgebieten, wo sie auch ärztlich behandelt werden können.





























































